Warum die 8.c 25 Schüler hat
Gestern war endlich Notenschluss. Nicht, dass ich eine §5-Prüfung gehabt hätte, aber es freut mich dennoch, da die Ferien jetzt schon aus nächster Nähe winken. Zwei Sorten von Klassenkollegen freute der Notenschluss allerdings gar nicht: Sorte 1 bezeichnet die Schüler die über die Ferien für eine Nachprüfung lernen müssen und Sorte 2 bezeichnet die Schüler, die denken, dass der 1. Sorte ruhig ein paar Kollegen mehr angehören könnten.
“Des gibts doch net, dass so a Vuitrottel wie der/die (…) durchkommt, he!” und “Was will der überhaupt in am Gymnasium???” hört man, wenn man den Flüstereien einiger Klassenkollegen zuhört. Der größte Stimmungsmacher ist ein Schüler, der in seinem bisherigen Leben noch nie etwas anderes als einen 1er in seinem Zeugnis hatte. Dass es ihn ärgert, dass er mit Leuten in den Matura-Jahrgang aufsteigt, die das ganze Jahr (in z.B. Mathematik) negativ sind und dann nichts tun, außer eine 15minütige Prüfung an der Tafel abzulegen, bei der ein 4er erreicht werden muss um aufzusteigen, ist verständlich.
Andererseits ist er Teil von etwas, das mich extrem ärgert: Das für jeden Schüler meiner Klasse durchschaubare Abschreibsystem. 8 von 26 Leute meiner Klasse haben noch nicht geschnallt, dass man in der Oberstufe eigenständig zu lernen hat. Warum sie dennoch in der Oberstufe sind? Sie schreiben auf Schularbeiten 3er, doch wenn ihnen mündlich eine Frage gestellt wird haben sie keine Ahnung von nichts.
Ich habe mir die Zeit genommen die Noten meiner Klassenkollegen auf einem Sitzplan anzuschreiben. Genau genommen habe ich es zweimal gemacht: Einmal die Noten die sie allgemein in einem Schularbeitenfach bei einer mündlichen Frage erreichen und einmal die Noten die sie wirklich haben und woher sie kommen.

Noten nach Wissensstand
Dem Wissensstand nach müssten also 8 Schüler meiner Klasse das Jahr wiederholen.

Erreichte Noten mit dem Abschreibsystem
Aber das hier ist die Realität und nur eine der 8 Schüler(/innen) muss das Jahr wiederholen. Noch dazu die, die es meiner Meinung nach am wenigsten verdient hat durchzufallen.
Was die “ich-will-dass-die-Trottel-durchfallen”-Leute (zu denen ich mich nicht zähle) in Erwägung ziehen sollten wäre eine Maßnahme die das Abschreiben verhindert. Was die “ich-bin-durch-obwohl-ich-nichts-gelernt-habe”-Leute (zu denen ich Gott sei Dank nicht gehöre) in Erwägung ziehen sollten, wäre ein Abbruch des Gymnasiums und das Beginnen einer Lehre.
Aber leider müssen die Lehrer heutzutage um ihren Job fürchten und lassen deswegen keine Schüler mehr durchfallen. Warum? Je weniger Schüler es gibt, desto weniger Lehrer braucht man.

Da spricht der zukünftige Medizinstudent.
[quote]die “ich-will-dass-die-Trottel-durchfallen”-Leute (zu denen ich mich nicht zähle)[/quote]
Naja, wenn man dir in letzter Zeit so zugehört hat könnte man meinen genau das sei deine Meinung.
Ihr hattet einfach immer zu nette Lehrer. Da gabs nie eine Städtler (ok in GSK, aber da haut ma niemanden durch) die innerhalb von zwei Jahren die Schülerzahl halbiert hat, sowhl durch Schulwechsel als auch durch Durchhauen.
ich war einer derjenigen der durchaus öfter antworten vom nachbarn bekam und ich war einer derjenigen die durchaus über andere leute abgelästert haben, denn wenn diese trotz 0 null lernen durchkommen warum soll ich mir dann die mühe machen was zu lernen?
im übrigen wäre bei meiner klasse eigentlich fast nur ein kreis gewesen von dem richtige lösungen ausgingen xD
Tim du hast Vorurteile. Und das als Psychologiestudent.
Strohmi, ich beziehe mich dabei auf einzelne Fälle. Pauschal, also ohne die Leute zu kennen, sage ich nichts. Und die Städtler bewertest du mehr als großzügig. Nach der 4. sind die Leute gegangen und nur wenige haben Französisch gewählt – so einfach ist das.
Nussi, du bist Wiener. Das muss da doch so laufen. :D