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		<title>Spotted: der gläserne Mensch wird noch gläsener</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jan 2013 20:03:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[graz]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Spotted&#8221; heißt ein neuer Facebook-Trend, dessen Konzept einfach, erfolgreich und vor allem sehr bedenklich ist. War ich bisher noch der Meinung, dass Facebook-Abstinenzler mit ihrem Privatsphäre-Wahn übertreiben, beginne ich mich inzwischen ernsthaft zu sorgen: man schickt dem (anonymen) Betreiber der Spotted-Seite seines sozialen Umfelds (bspw. der Seite &#8220;Spotted: University of Vienna&#8221;) eine private Nachricht mit [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Spotted&#8221; heißt ein neuer Facebook-Trend, dessen Konzept einfach, erfolgreich und vor allem sehr bedenklich ist. War ich bisher noch der Meinung, dass Facebook-Abstinenzler mit ihrem Privatsphäre-Wahn übertreiben, beginne ich mich inzwischen ernsthaft zu sorgen: man schickt dem (anonymen) Betreiber der Spotted-Seite seines sozialen Umfelds (bspw. der Seite &#8220;Spotted: University of Vienna&#8221;) eine private Nachricht mit der Beschreibung einer Person, die man in der Bibliothek, dem Hörsaal, der Mensa oder vor der Toilette &#8220;gespotted&#8221; hat. Die Seitenbetreiber veröffentlichen diese Beschreibung anonym und in den meisten Fällen findet sich eine Verlinkung des Facebook-Profils der gesuchten Person unter den ersten 10 Kommentaren im Beitrag. Das klingt nicht halb so morbide wie es eigentlich ist. Ich selbst war bisher nicht in der Rolle eines Gesuchten, ebenso wenig habe ich einem anonymen Suchenden geholfen. Ich war ein Täter.</p>
<p>In meinen Vorlesungen sitze ich oft neben einem recht auffälligen Kommilitonen, von dem ich letzten Montag um 12:22h eine knappe Beschreibung an die Spotted-Seite meiner Universität schickte. Um 13:10h wurde die Nachricht anonym veröffentlicht und um 13:32h hatte der Beitrag einen (den ersten) Kommentar mit einem Link auf die Seite meines Sitznachbars. Ich fand das sehr amüsant. &#8220;Klick&#8221; hat es bei mir erst gemacht, als sich mein Kollege am nächsten Tag sarkastisch für die Aktion bedankte. Grinsend erzählte er mir, dass er heute ständig angestarrt und bereits von 7 Leuten angesprochen wurde. Was habe ich da eigentlich gemacht?? Unfassbar.</p>
<p>Die Idee stammt natürlich nicht aus einem österreichischen oder einem deutschen Kopf. So hat beispielsweise die Seite &#8220;Spotted: on Dublin Bus&#8221; auf Facebook über 32.000 Anhänger, das Pendant für die Bibliothek der GCU (Glasgow Caledonian University) über 6000 &#8220;Fans&#8221;. Wachstum nahezu exponentiell. So legte die Seite für die Universität Graz innerhalb von 2 Tagen über 1500 Fans zu. Das Idiom wurde höchstwahrscheinlich aus der Fernsehserie &#8220;Gossip Girl&#8221; übernommen, in der eine Bloggerin von Jugendlichen via SMS Informationen über Dritte (&#8220;die Reichen und Schönen&#8221;) erhält und diesen Klatsch über das Internet verbreitet &#8211; sehr zum Ärger der Betroffenen. Das Motiv der Facebook-Seitenbetreiber: Liebe.</p>
<div id="attachment_1784" class="wp-caption aligncenter" style="width: 561px"><img class="size-full wp-image-1784" alt="&quot;SHARE THE LOVE&quot;" src="http://www.auktorial.net/wp-content/uploads/spottedug.jpg" width="551" height="339" /><p class="wp-caption-text">&#8220;SHARE THE LOVE&#8221;</p></div>
<p>Die Umsetzungen dieses Stalking-Prinzips auf Facebook sind alle noch recht jung: die ersten &#8220;Spotted&#8221;-Seiten wurden im Dezember 2012 erstellt &#8211; im Zeitrahmen von nur einer Woche. Seitdem vermehren sie sich blitzartig: nightlife, öffentliche Verkehrsmittel und die gesamte Stadt &#8211; alle haben eine eigene &#8220;Spotted&#8221;-Seite. Daraus kann man sowohl auf Trittbrettfahrer als auch auf ein organisiertes Vorgehen von einer oder mehreren Personen schließen. Interessant ist ebenfalls, dass sich für die großen und sehr bekannten Universitäten wie beispielsweise Harvard keine &#8220;Spotted&#8221;-Seiten auf Facebook finden lassen. Es ist in meinen Augen relativ unwahrscheinlich, dass diese bis jetzt noch nicht gegründet wurden. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Uni oder Facebook selber reagiert hat und eine Löschung erfolgte.</p>
<p>Warum sollte man gegen diese Stalking-Seiten so radikal vorgehen? Kann man die Internetgeneration nicht einfach ihren Spaß haben lassen? Ich bezweifle sehr, dass sich derzeit in den Gesetzbüchern Richtlinien finden lassen, nach denen man gegen diesen Mechanismus vorgehen kann &#8211; was ich nicht bezweifle ist die Gefährlichkeit der Spotted-Eigendynamik. Bisher war es angebracht seine &#8220;Privatsphäre-Einstellungen&#8221; entsprechend zu wählen, um nicht gefunden zu werden. Nun werden die eignen Facebook-Kontakte zum Privatsphärenrisiko &#8211; oder überspitzt ausgedrückt: zu Verrätern. Denn das Prinzip setzt nicht voraus, dass die oder der Gesuchte selbst ein Facebook-Profil hat. Sobald man extravertierte Freunde, Kollegen oder Bekannte hat, die dem Spotted-Trend folgen, kann auch schon der eigene Name in den Kommentaren zu den Suchanfragen aufscheinen. Dass Mobbing-Fälle auftreten ist ebenso prädestiniert, wie das weitere Wachstum der Seiten, denn von einer Jugend die es im Internet so weit treibt, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amanda_Todd">Mitschüler Suizid begehen</a>, kann man diesbezüglich keine moralische Haltung erwarten. (Wohl aber eine R.I.P.-Fanseite.)</p>
<p>Es ist ein effektiver menschlicher Such-Algorithmus, der alle bisher gesehenen mathematischen Alternativen bei Weitem in den Schatten stellt. Nutzer werden freiwillig und abseits jedweder kritischer Gedanken zu einem Teil von eben diesem, weil &#8220;im Internet ist eh alles nur Spaß&#8221;. Aber nur genau so lange, bis man sich selbst in einer möglicherweise diffamierenden &#8220;Spotted&#8221;-Meldung erkennt&#8230;</p>
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		<title>Drei bemerkenswerte Toilettengänge</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Oct 2012 14:07:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich gelegentlich zu später Stunde in einer gastronomischen Einrichtung alkoholisiert weiß was ich meine, wenn ich sage, dass es ziemlich überraschend ist, völlig unterschiedliche Personen oder Personengruppen plötzlich im gleichen Raum vorzufinden. Ich entschuldige mich an dieser Stelle auch gleich bei allen Lesern, die das &#8220;Bollwerk&#8221; frequentieren: genannter Unterschied kommt dort natürlich nicht zum [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich gelegentlich zu später Stunde in einer gastronomischen Einrichtung alkoholisiert weiß was ich meine, wenn ich sage, dass es ziemlich überraschend ist, völlig unterschiedliche Personen oder Personengruppen plötzlich im gleichen Raum vorzufinden. Ich entschuldige mich an dieser Stelle auch gleich bei allen Lesern, die das &#8220;Bollwerk&#8221; frequentieren: genannter Unterschied kommt dort natürlich nicht zum Tragen. Ich will damit sagen, dass ich, selbst wenn ich unter Epilepsie, Spastik oder dem Tourette-Syndrom leiden würde, im &#8220;Bollwerk&#8221; nicht auffälliger wäre, als jeder andere Gast dort auch. Zwar entspreche ich nicht den &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=tyy_Dwt9xME">Breit gebaut, braun gebrannt, hundert Kilo Hantelbank</a>&#8220;-Anforderungen, aber ich habe einen tollen Haarschnitt!</p>
<p>Seit mein geschätzter Bruder im Geiste (Herr A.) wieder in Wien haust, um dort völlig unterfordert seinen wenig qualifizierenden Studienrichtungen nachzugehen, pflege ich das Wochenende mit ihm intensiv zu nutzen. Und so ergab es sich, dass wir im Murstüberl saßen und sich der erste Fall inszenierte:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fallbeschreibung 1 -Der Supply Chain Manager</strong></p>
<p>Eine Gruppe von etwa 10 Personen betritt das kleine Lokal und schart sich um uns. A. und ich sind in ein intensives Gespräch verwickelt. Als A. auf die Toilette geht, tritt erstmals der Supply Chain Manager ins Licht. Er hat bemerkt, dass A.s Tasche, die auf seinem Hocker zurückblieb, völlig leer ist und erklärt, dass A. ein kompletter Trottel sein muss, die Tasche mit sich zu führen und sein Handy, Geldtascherl und seine Schlüssel in der Hosentasche zu behalten. Als A. seinen Toilettengang beendet hat und wieder auf seinem Hocker sitzt, beginnt eine einstündige Selbstinszenierung in der wir Folgendes in Erfahrung bringen:</p>
<ul>
<li>Er ist Supply Chain Manager in einer Pharmafirma.</li>
<li>Er trägt sein Handy, Geldtascherl und seine Schlüssel immer in der Tasche, niemals in der Hosentasche.</li>
<li>Ihm untersteht in seinem Beruf eigentlich die ganze Welt.</li>
<li>Seine Firma ist weltweit der einzige Lieferant gewisser Medikamente, die sowieso einmal ausnahmslos JEDER zum Überleben braucht.</li>
<li>Er verdient ungeheuer viel.</li>
<li>Er verdient wirklich ungeheuer viel.</li>
<li>Er verdient sogar so viel, dass er überlegt, mit seiner Freundin Schluss zu machen, weil sie ihn langweilt.</li>
<li>Er weiß auf meine Nachfrage keinen direkten Zusammenhang zwischen Liebesbeziehung und Finanzen zu nennen.</li>
<li>Er verdient so viel, dass er A. und mich jetzt auf ein Getränk einladen will.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein Mann aus seiner Gruppe unterbricht ihn und spricht zu uns: &#8220;Bitte, hörts ihm weiter zu! Wir san alle schon so anzipft und könnens nemma hören, aber ihr&#8230; ihr bereitet ihm grad den Abend seines Lebens!&#8221;. Ich kann das gut nachvollziehen und schaue den Supply Chain Manager erwartungsvoll an. Die Selbstinszenierung fährt fort:</p>
<ul>
<li>Er ist in seiner Firma der große Macker.</li>
<li>Er wird für seine Mama immer das kleine Bubi bleiben, obwohl er jetzt der große Macker ist.</li>
<li>Er hat keine Ahnung von Pharmazie, er managt nur die supply chain.</li>
<li>Eigentlich ist er Kärntner.</li>
<li>Er hat irgendeinen uninteressanten FH-Lehrgang begonnen und abgebrochen.</li>
<li>Er hat Jus studiert und abgebrochen.</li>
<li>Er hat BWL studiert und abgebrochen.</li>
<li>Schließlich wurde er Supply Chain Manager, obwohl er das anfangs gar nicht wollte, bis sein Chef ihn flehend gebeten hat.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>A. und ich laufen davon, panisch, aber nicht zu panisch &#8211; wir wollen ja die supply chain nicht gefährden.</p>
<p>Eine Woche später, ich sitze mit Herrn S. (<a href="http://stroh93.wordpress.com/">Erlaubt ist, was gefällt</a>), seiner fiancée und Herrn A. in der &#8220;Scherbe&#8221;. Wir taten, was alle coolen, jungen Leute so tun:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img title="Männerspiele" src="http://www.auktorial.net/uploads/strohmi-puzzle.jpg" alt="" width="500" height="375" /><p class="wp-caption-text">Originalbild des Abends, aufgenommen von der Redaktion, Ort: Scherbe</p></div>
<p>Doch eine Dame, besonders eine fiancée, hat Bedürfnisse &#8211; in diesem Fall wohl Schlaf &#8211; und drängte zum Aufbruch. So gingen A. und ich ins TAM TAM, freudig und motiviert, gute Musik und nette Leute erwartend. Doch im TAM TAM spielte weder gute Musik und obwohl es sehr voll war, trafen wir auch keine netten Leute. Deswegen zogen wir weiter ins &#8220;Three Monkeys&#8221;, konsumierten einen Gin Tonic und betraten die Tanzfläche. Etwa eine halbe Stunde dauerten A.s Tanzanfälle, bis er ermüdet die Toilette aufsuchte. Und erneut war es ein fataler Toilettengang, denn dort begann die Inszenierung des zweiten Falls:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fallbeschreibung 2 &#8211; Der diplomierte Maschinentechniker</strong></p>
<p>A. pinkelt, während ich ihm erkläre, er sei gerade ziemlich &#8220;abgespastet&#8221;. Der diplomierte Maschinentechniker dreht sich vom Waschenbecken, an dem er bis eben noch seine Hände reinigte, um und konstatiert voll Selbstvertrauen: &#8220;Genau so muss es auch sein.&#8221;. A. neigt ihm sein Haupt zu, verwirrt anfangs, noch verwirrter nach einem weiteren Moment, auf das T-Shirt-Motiv des diplomierten Maschinentechnikers starrend. &#8220;Was stellt das dar? Das ist ja alles verkehrt!&#8221;, stammelt er hervor. &#8220;Fürwahr, das ist es wirklich!&#8221;, denke ich mir. &#8220;Ka Ahnung.&#8221;, erwidert der diplomierte Maschinentechniker. &#8220;Geh ma was trinken, oder?&#8221;, rette ich uns vermeintlich, aus dieser stehenden Welle der Peinlichkeit, deren Amplitude zu erreichen ich nicht gewillt bin. Nachdem uns der diplomierte Maschinentechniker ein Whisky-Bull (igitt) zahlt, beginnt auch seine mehrstündige Selbstinszenierung:</p>
<ul>
<li>Er ist diplomierter Maschinentechniker.</li>
<li>Er hat sein Maschinenbau-Studium nach zwei Jahren für ein Jahr (in dem er jetzt ist) unterbrochen.</li>
<li>Er ist 22 Jahre alt.</li>
<li>Er arbeitet seit zwei Jahren auf der Baustelle in einer Firma.</li>
<li>Seine Mitarbeiter flehen ihn an, doch ins Büro zu gehen, um sie als ihr Chef zu kommandieren.</li>
<li>Er hat in der Firma, in der er seit zwei Jahren arbeitet, eine Sekretärin die mit ihm schlafen will.</li>
<li>Diese Sekretären ist seit 3 Jahren seine Freundin.</li>
<li>Er hat die Beziehung vor 7 Monaten beendet und seitdem mit zwei weiteren Sekretärinnen geschlafen.</li>
<li>Er ist der persönliche Projektleiter für alles von Didi Mateschitz.</li>
<li>Er ist per du mit Didi Mateschitz.</li>
<li>Didi Mateschitz will NUR IHN als seinen Projektleiter.</li>
<li>Er verdient insgesamt 3700 Euro im Monat, weil neben seiner Arbeit auch sein finanziertes Studium und Didis Sondergehalt miteinfließt.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Lage droht zu eskalieren. A. ist immer wieder kritisch, sich an den supply chain manager erinnernd und macht den Fehler, subtil zu vermitteln, dass er dem diplomierten Maschinentechniker kein Wort glaubt. Deswegen bekomme ich ein Heineken gezahlt und A. lediglich gesagt, dass er &#8220;nicht weiß, wann er die Pappn halten muss.&#8221; &#8211; Ostentativ schüttle ich den Kopf, meinen angewiderten Blick auf A. richtend, der aller menschlicher Vernunft zum Trotz, weiterhin loyal an meiner Seite verweilt und nicht zulässt, dass ich alleine zugelabert werde. Und zugelabert werde ich. Aber wie.</p>
<ul>
<li>Er ist ziemlich scharf auf die Kellnerin, die gerade vorbei gegangen ist.</li>
<li>Er baut gerade ein riesiges Hotel.</li>
<li>Er kommt aus St. Michael und scheint erfreut, dass ich die Kaserne vom JgB 18 kenne.</li>
<li>Er fragt, was ich so mache und empfiehlt mir, mich nach meinem Studium an ihn zu wenden.</li>
<li>Ich soll mich an ihn wenden, weil er eine Firma in St. Michael kennt, die mich &#8220;schon vermittelt&#8221;, falls ich mal einen Job brauche.</li>
<li>Er hält A. für einen gelernten Tischtennisspielschiedsrichter.</li>
<li>Er erklärt, dass er immer seine Brille zum Haaransatz hochschiebt (Eigenformulierung, Anm. d. Red.), wenn er mit Frauen redet.</li>
<li>Er ist genau für diese Brillen-Manöver so unwiderstehlich für Frauen.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nach einigen weiteren erfolglosen Versuchen, um die Aufmerksamkeit der Kellnerin zu buhlen, gibt er auf und redet mit der jungen Frau, die sich neben mich gesetzt und angesprochen hat. A. und ich beschließen, dass es ein guter Zeitpunkt ist, die Beine in die Hand zu nehmen.</p>
<p>So frustrierend der supply chain manager und der diplomierte Maschinentechniker auch waren, der auf WhatsApp kursierenden Kettennachricht, reichen sie nicht das Wasser. Ich zitiere eine Nachricht, die mich erreichte, als ich &#8211; Sie werden es nicht glauben &#8211; gerade auf der Toilette saß:</p>
<p>&#8220;<em>Hallo! Zwischen Freitag und Samstag Nachmittag wird Whatsapp kostenpflichtig werden, ausser ihr seid Vielnutzer. Sende diese Nachricht an 10 Personen um dich als Vielnutzer zu kennzeichnen. Das Symbol sollte dann auf die Farbe rot wechseln. Das ist Auch auf der Internetseite nachzulesen.</em>&#8221;</p>
<p>Grammatikalisch und orthographisch fehlerhafte Fiktion, sollte man meinen. So blöd kann doch niemand sein, sollte man meinen. Aus Neugier ging ich im App Store dann in die Rezensionen, wo ich Unfassbares zu lesen bekam.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fallbeschreibung 3 &#8211; Die Idioten, der kluge Ghettoproll und ich</strong></p>
<p>In den Rezensionen stehen geschätzte 50 Kommentare von den Idioten:</p>
<ul>
<li>&#8220;Wird das wirklich kostenpflichtig??????&#8221;</li>
<li>&#8220;Hallo! Bin Vielnutzer und habe die Nachricht auch weiter geschickt, aber die Farbe ändert sich nicht!!!!!!!&#8221;</li>
<li>&#8220;Habe keine 10 Personen, bin aber trotzdem Vielnutzer! Reicht es, wenn ich das hier schreibe???&#8221;</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dies kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und so verfasse ich einen sozialkritischen, lesenswerten und charmanten Kommentar.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 450px"><img title="Meine Rezension" src="http://www.auktorial.net/uploads/rezensionich.jpg" alt="" width="440" height="633" /><p class="wp-caption-text">Meine Rezension</p></div>
<p>Als ich wenige Stunden später, auf Reaktionen hoffend, wieder in die Rezensionen blicke, hat der Ghettoproll sein Meisterwerk bereits hinterlassen.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 450px"><img title="Meine Rezension" src="http://www.auktorial.net/uploads/rezensionproll.jpg" alt="" width="440" height="633" /><p class="wp-caption-text">Schriftwerk des Ghettoprolls</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Was mich an &#8220;Fallbeschreibung 3&#8243; so schockiert ist, dass sich diese zwei Deppensorten so stark unterscheiden. Die verschüchterten, kleinen, naiven Deppen fragen völlig frei der Provokation, ob denn nun ihr SMS-Ersatz kostenpflichtig wird. Der Ghettoproll scheint zumindest kapiert zu haben, dass es sich um eine realitätsferne Massennachricht gehandelt hat, ist damit also kein Mono-Synaptiker und erregt mit &#8220;ihr seit alle krass dumm&#8221; meinen Ärger aber weit mehr. Mir ist natürlich klar, dass ich allgemein dazu neige, Menschen vorschnell als &#8220;dumm&#8221; zu diffamieren. Ich formuliere das dann aber eher verharmlost mit Intelligenzabstinenz, Oligophrenie oder &#8211; wie eben &#8211; mit Monosynaptik. Was mir nicht klar war ist, dass mich Halb-Idioten anscheinend eher zur Weißglut treiben können, als Vollblut-Deppen. Rein mathematisch macht das in meinen Augen überhaupt keinen Sinn&#8230;</p>
<p>Wie dem auch sei &#8211; xoxo, Flex Flex, Gott strafe [beliebige Nation einfügen], Adé &#8211; oder wie man sich eben sonst verabschiedet, wenn man cool und elitär ist. Und meine Leser sind das. Cool und elitär!</p>
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		<title>Aufsteirern</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2012 10:13:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[aufsteirern]]></category>
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		<category><![CDATA[idioten]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle Jahre wieder wird in Graz ein seltsamer Brauch zelebriert. Jeder, der sich mit der Veranstaltung &#8220;Aufsteirern&#8221; nicht näher beschäftigt aber davon gehört hat, wird mir an dieser Stelle widersprechen wollen. Ja, ich sehe es vor meinem geistigen Auge, plastisch wie die Kunstwerke von Niki de Saint Phalle (was für ein anstößiger Name) und man [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Alle Jahre wieder wird in Graz ein seltsamer Brauch zelebriert. Jeder, der sich mit der Veranstaltung &#8220;Aufsteirern&#8221; nicht näher beschäftigt aber davon gehört hat, wird mir an dieser Stelle widersprechen wollen. Ja, ich sehe es vor meinem geistigen Auge, plastisch wie die Kunstwerke von Niki de Saint Phalle (was für ein anstößiger Name) und man spricht zu mir: &#8220;Was redest du da von Brauch und zelebrieren? Ich dachte die psychologische und die soziologische Fakultät hätten gegen die LSF revoltiert und einen illegalen Patienten-Groß-Ausflug organisiert.&#8221; &#8211; den geneigten Lesern möchte ich an dieser Stelle versichern: Dem war nicht so.</p>
<p>Nein, im Ernst, was dem Rest der Welt vorkommen mag wie das Treffen eines Vereins für Dauer-Neurologie-Patienten, meinen die Beteiligten durchaus ernst. Ich kann das nicht nachvollziehen, da mir die Kultur einfach so extrem unsympathisch ist. Aber noch viel unsympathischer sind mir die Jugendlichen, die sich dort blicken lassen. GENAU die Jugendlichen, die es in Steireranzug oder Dirndl zu diesem Auflauf zieht sind es, die sich über die schlechte Musik auf Radio Steiermark echauffieren. Auch für mich stellen Lieder wie &#8220;Für Gabi tu ich alles&#8221; eine dissonante Lärmbelästigung dar, aber ich habe auch keine Knickerbocker!</p>
<p>Für kurze Zeit sah ich sogar meine Philanthropie gefährdet, als dann erste Aufsteirern-Bilder auf Facebook auftauchten. (Kindchen MrObergeil ging es gleich, allerdings benutzte er eine andere Diktion &#8220;Wah, die ganzen uninteressanten Bitches, die da jetzt ihre Fotos hochgeladen haben.&#8221;) So schlimm fand ich&#8217;s nun nicht &#8211; jedenfalls nicht schlimm genug um mich endgültig zu löschen. Schließlich will ich ja die ÖH-Infos haben.</p>
<p>Ich sehne den Oktober herbei, wie ein Schienbein.</p>
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		<title>Die Frauenquote beim Eignungstest der Medizinischen Universität Wien</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Aug 2012 12:48:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einigen Monaten geisterte es erstmals durch die Medien: Der Eignungstest nach dem die Studienplätze an der medizinischen Universität Wien (MUW) vergeben werden, soll &#8220;geschlechterspezifisch&#8221; ausgewertet werden. Das heißt, dass Frauen bei der Auswertung des Tests einen zusätzlichen Punktebonus bekommen, den sie ihren Antworten nach aber nicht erreicht haben. Oder polemisch (und Fakten-vernachlässigend) ausgedrückt: Eine [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Monaten <a href="http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/739885/MedUni-Wien_Bewerberinnen-bevorzugt?from=suche.intern.portal">geisterte es erstmals durch die Medien</a>: Der Eignungstest nach dem die Studienplätze an der medizinischen Universität Wien (MUW) vergeben werden, soll &#8220;geschlechterspezifisch&#8221; ausgewertet werden. Das heißt, dass Frauen bei der Auswertung des Tests einen zusätzlichen Punktebonus bekommen, den sie ihren Antworten nach aber nicht erreicht haben. Oder polemisch (und Fakten-vernachlässigend) ausgedrückt: Eine richtige Test-Antwort von einer Frau ist mehr wert, als eine von einem Mann. Auf diese Idee &#8220;ist man&#8221; (speziell das Büro von Karin Gutiérrez-Lobos, Vize-Rektorin der MUW) gekommen, um präventiv dem Trend der letzten Jahre entgegen zu wirken: Prozentuell sind immer mehr Frauen beim Test angetreten, aber mehr Männer aufgenommen worden. Das findet das Rektorat der MUW unfair.</p>
<p>Ich bin kein Freund von Geschlechter-Quoten. Meiner Meinung nach sind sie nichts anderes als eine Repression des menschlichen Fortschritts, vergleichbar mit dem Einfluss der katholischen Kirche in Westeuropa vor mehreren hundert Jahren. Sie hindern (in Österreich) überwiegend Männer an der Ausübung eines Berufs für den sie qualifizierter sind, als die weiblichen Gegenbewerberinnen. Wäre dem nicht so, bräuchte man ja schließlich keine Quote. Oder doch? Den fundamentalen Gedanken der &#8220;Frauenquote&#8221; kennen die meisten emotionalen Gegner derselben ja nicht: Frauen können schwanger werden und das geht dann mit dem Mutterschaftsurlaub einher &#8211; verständlich, dass das besonders in der Privatindustrie nicht gerne gesehen wird. Deswegen werden und wurden mitunter Männer bei Bewerbungen bevorzugt, da das Ausfallrisiko einfach geringer ist. Oftmals sind die selben Leute, die deswegen eine Frauenquote fordern, auch die kritischen halb-Intellektuellen, die den Staat für die Kürzung der Pensionen kritisieren und den demographischen Wandel als Begründung nicht akzeptieren. Was ich damit sagen will ist nicht, dass Frauen gefälligst Kinder machen sollen &#8211; das soll selbstverständlich jede Frau für sich entscheiden. Ich will damit auch nicht die halb-Intellektuellen diffamieren, die das Engagement besitzen Kürzungen der Sozialdienstleistungen anzuprangern &#8211; zu denen zähle ich mich ja selber. Ich möchte, dass man sich sobald das Wort &#8220;Frauenquote&#8221; fällt, immer vor Augen hält, dass damit ineffizient aber doch das Risiko inaktiviert werden soll, das Frauen als Berufstätige nun einmal darstellen: Nämlich den potenziellen Ausfall einer wichtigen Mitarbeiterin.</p>
<p>Der Staat Österreich hat aber schon Vorarbeit zur Gleichberechtigung geleistet. Nämlich 1955, als &#8220;Frauenquote&#8221; höchstens ein exotisches Fremdwort war und die Wehrpflicht der 2. Republik eingeführt wurde. Diese gilt nur für Männer &#8211; Frauen können im Laufe ihres Lebens schwanger werden und leisten dem Staat so ihren Beitrag. Das wird von vielen jungen Männern nicht bedacht, die sich deshalb beschweren, Frauen würden vom Staat bevorzugt behandelt werden. Ich selber hatte zeitweise einen Groll und konnte nicht einsehen, warum ich mein sinnfreies Dasein in der Kaserne fristen muss, während meine Klassenkolleginnen schon im zweiten Semester studieren. Aber der Rationalist in mir hat akzeptiert, dass ein halbes Jahr beim Bundesheer reizvoller ist, als zwei oder noch mehr Kinder zu gebären &#8211; besonders als Akademikerin, wo es einfach extrem selten den &#8220;passenden Zeitpunkt&#8221; gibt. Dass immer weniger Akademikerinnen Kinder bekommen, ist ein anderes Kapitel.</p>
<p>Dies alles vor Augen, lässt mich über die Auswertung des Eignungstests in Wien nur den Kopf schütteln. Vor allem, weil man die Notwendigkeit die weiblichen Testergebnisse aufzuwerten nicht fundiert begründet. Oben genanntes Argument der Frauenquote lässt sich auf einen Eignungstest, in dem es darum geht sich einen Studienplatz zu ergattern, nicht anwenden: Der Universität ist es im Gegensatz zur Privatindustrie egal, ob eine Studentin (in der Privatindustrie Mitarbeiterin) schwanger wird. Warum also? Ein Auszug aus dem Interview mit der Vize-Rektorin der MUW:</p>
<blockquote><p><strong>Nachdem stets Frauen weniger gut abgeschnitten haben, sind es auch die Frauen, die bevorzugt werden.</strong></p>
<p>Bisher sind die Männer bevorzugt worden. Wir versuchen hier einen Ausgleich zu schaffen.</p>
<p><strong>Warum waren die Männer bisher bevorzugt?</strong></p>
<p>Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Die Schulbildung spielt dabei ebenso eine Rolle wie bestehende Vorurteile, die eine Leistung beeinflussen. Es kann aber auch mit dem Design des Verfahrens zusammenhängen.</p>
<p>(<a href="http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/1263299/MedizinTest_Bislang-wurden-Maenner-bevorzugt?from=simarchiv">Quelle</a>)</p></blockquote>
<p>Das ist in meinen Augen schlichtweg falsch. Männer schneiden besser ab, weil sie um der Gleichberechtigung willen, ein halbes Jahr beim Grundwehrdienst verbringen müssen. Junge Frauen, die nach der Matura zum Eignungstest antreten und es beim ersten Versuch nicht schaffen, studieren dann etwas anderes &#8211; das müssten sie natürlich nicht, doch dass es der Großteil so handhabt ist verständlich. Wer will schon freiwillig ein Jahr später mit dem Studium beginnen und ohne Leitfaden nur zuhause sitzen und für den nächsten Eignungstest lernen? Junge Männer, die zum Eignungstest antreten und es beim ersten Versuch nicht schaffen, können die Erfüllung ihrer Wehrpflicht damit nicht aufschieben. Also verbringen sie ein halbes Jahr beim Bundesheer oder bei ihrer Zivildienststelle. Danach oder schon währenddessen können sie sich wieder auf den Eignungstest vorbereiten &#8211; diesmal natürlich sehr viel besser. Man weiß was einen erwartet, auf welchem Niveau die Fragen gestellt werden und kennt das Testsystem. Da ist es nur logisch, dass es beim zweiten Versuch eher klappt, als unmittelbar nach der Matura.</p>
<p>Mir ist durchaus klar, dass Studien wie Molekularbiologie, Pharmazie etc. von Frauen und Männern als Übergangslösung gewählt werden, um dann im nächsten Jahr erneut anzutreten. Ich berücksichtige das nicht, weil diese Studentinnen gegenüber den Männern, die einen zweiten Versuch nach der Erfüllung der Wehrpflicht starten in der klaren Minderheit sind, da die Wehrpflicht ein Zwang ist &#8211; das Alternativstudium nicht.</p>
<p>Das neue, ausgeglichene Bewertungssystem hat aber zweifelsohne vollen Erfolg gezeigt:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img title="MedUnis 2012" src="http://www.auktorial.net/uploads/mu12.jpg" alt="" width="500" height="431" /><p class="wp-caption-text">Ergebnisse der Aufnahmeverfahren 2012</p></div>
<p>Dazu muss man sagen, dass in Innsbruck und Wien der gleiche Test verwendet wird. Der einzige Unterschied liegt in der Auswertung: In Wien gibt es die &#8220;Frauen-Zusatzpunkte&#8221;, in Innsbruck nicht.</p>
<p>Was man damit erreicht hat ist keine Fairness. Auch kein Ausgleich. Man hat es geschafft, die Relation von Männern die es beim zweiten Versuch schaffen zu Frauen die es beim ersten Versuch schaffen künstlich gleichzusetzen. Dass die Befürworter dieser Frauen-Zusatzpunkte das naturgemäß ganz anders sehen, liegt auf der Hand.</p>
<p>Wirklich fair wäre es, diesen Eignungstest mit geschlechtsspezifischer Auswertung in Wien abzuschaffen. Dann gibt es in den ersten 4 Semestern zwar überfüllte Hörsäle und Knock-Out-Prüfungen, aber im Endeffekt sind die Studenten, die trotzdem nicht abbrechen auch diejenigen, die Ausdauer und Motivation bewiesen haben.</p>
<p>Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass Österreich sich hier ein Eigentor geschossen hat. Im Namen der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern wird die Existenzberechtigung der Wehrpflicht argumentativ untermauert. Nun wirkt sich diese bei einem speziellen Studium positiv auf die Männer-Aufnahmequote aus und man ist bemüht, erst wieder auszugleichen. Das macht es zu einer Art Kabarett, über das aber keiner lachen kann. Zumindest kein Mann, der mehr Vorwissen in das Medizinstudium mitgebracht hätte, als es die Frau tut, die zwar schlechter abgeschnitten hat als er, aber im Herbst im Hörsaal sitzen darf.</p>
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		<title>Einparken &#8211; und zwar richtig!</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jun 2012 21:18:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[einparken]]></category>
		<category><![CDATA[nachbar]]></category>

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		<description><![CDATA[Angst und Schrecken sind mit dem Lenken eines Fahrzeuges verbunden. Ich meine gar nicht die Erkenntnis, gewonnen durch ständige Blicke in den Rückspiegel, dass mich der schwarze Van hinter mir nun schon die ganze Grabenstraße verfolgt. Auch nicht, dass auf Ö1 das alte Testament schon wieder apokalyptisch interpretiert wird. Und vor diesen komischen Radarkästchen, die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Angst und Schrecken sind mit dem Lenken eines Fahrzeuges verbunden. Ich meine gar nicht die Erkenntnis, gewonnen durch ständige Blicke in den Rückspiegel, dass mich der schwarze Van hinter mir nun schon die ganze Grabenstraße verfolgt. Auch nicht, dass auf Ö1 das alte Testament schon wieder apokalyptisch interpretiert wird. Und vor diesen komischen Radarkästchen, die sicher Blitze schießen oder sowas, habe ich erst recht keine Angst. Schließlich bin ich ein Mann. Nein, die Ursache meines Herzrasens sind die Konsequenzen, die sich mit dem Ende meiner Fahrten ergeben.</p>
<p>Einige Tage nachdem ich eingezogen bin, klingelt es an meiner Wohnungstür. Ein Typ mit Glatze, der im Stockwerk unter mir wohnt, erklärt mir, dass ich nicht einparken kann und nicht gleich zwei Parkplätze blockieren brauche, da es gleich zu regnen anfängt und er auch gerne direkt vor der Haustür parken würde. Fünf Minuten später gehe ich hinunter, <a href="http://mrobergeil.wordpress.com/">Mr. Obergeil</a>, K. und B. im Schlepptau (es gilt ein Uno-Turnier zu gewinnen) und wir alle können uns nur wundern. Ein Reifen berührt gerade noch so einen der Parkstreifen, ansonsten steht das Auto ziemlich perfekt. Weiters sind 12 von 15 Parkplätzen frei&#8230; Hätte ich damals nur gewusst, dass dies erst der Anfang war&#8230;</p>
<p>Mein Nachbar erklärt mir nunmehr wöchentlich, wie unfähig ich einparke. Und sei es halb 12 in der Nacht&#8230; noch während ich den Motor abstelle, geht bei seinem Fenster der Vorhang zur Seite und ein Lichtstrahl knallt mir ins Gesicht. Im Stiegenhaus werde ich abgefangen und der gute Mann predigt mir, was für ein schlechter Mensch ich bin. (Auch in dieser Szene war Mr. Obergeil anwesend und kurz davor, selbst zu den verbalen Waffen zu greifen. Ich selbst bin in derlei &#8220;Konflikten&#8221; ja immer auf Konzilianz bedacht.)</p>
<p>Allerdings sehe ich meinen strategischen Fehler ein: Er hätte mich nicht identifizieren dürfen. Nach dem Abstellen des Motors verlasse ich fluchtartig das Fahrzeug, gehe um das ganze Haus herum, um den Fahrradkellereingang benutzen zu können. Zum Einen geht das mit einem kostbaren Sichtschutz einher (da kann der Trottel mit seiner Taschenlampe leuchten was er will) und zum Anderen ist die Tür nicht so laut. Mein Betreten des Hauses sollte also eher unbemerkt bleiben.</p>
<p>Ha. Nix da.</p>
<p>Stiegenhaus, abgefangen. Na gut, denke ich, Schachspiel mal im echten Leben. Ich hätte bemerken müssen, dass er sein Fenster gekippt hat und daher jede kleine Bewegung im Umkreis von 20 Metern hört. Ich parke ein, stelle den Motor ab, bleibe im Auto sitzen, warte bis der Lichtstrahl aus dem Fenster verschwindet, steige aus und mache einen Spaziergang. Ich gehe an der katholischen Kirche vorbei, wundere mich über ein &#8220;Einfahrt verboten für Fahrräder&#8221;-Schild in einer Straße, in der alle anderen Mopeds/Motorräder/Autos mit 30 durchziehen, und erreiche die evangelische Kirche. Wie immer, wenn ich die evangelische Kirche sehe, kämpfe ich gegen den Drang zu konvertieren und gehe weiter hinter das Haus, zum Fahrradkellereingang.</p>
<p>Eine Stunde später klingelt es. Totstellen. Abwarten.</p>
<p>Funktioniert.</p>
<p>Ich habe wirklich Angst vor diesem Psychopathen. Ich versperre die Wohnungstür seit Kurzem gerne doppelt von innen. Ich dusche seit Kurzem auch gerne um drei Uhr in der Früh, nachdem ich mich versichert habe, dass ich doppelt versperrt habe. Ich überlege, das Auto neu zu lackieren und nur mehr mit Guy Fawkes-Maske auszusteigen. Vielleicht fälsche ich auch eine Nummerntafel. Oder zwei.</p>
<p>Auf jeden Fall habe ich in letzter Zeit sehr viel gelernt. Richtig parken kostet einen, Spaziergang inklusive, etwa 25 Minuten und eine Familienpackung Ohropax, um das Geklingel danach nicht zu hören. (Hätte ich das beim Bundesheer schon gewusst, ich hätte eine Kiste von den Dingern, die sie uns bei den Schießübungen gegeben haben, mitgehen lassen.) Außerdem sind getönte Scheiben/eine Guy Fawkes-Maske von Vorteil.</p>
<p>Vielleicht kaufe ich mir auch einen Hund. So einen Shiba-Inu, wie Prinz Pi jetzt einen hat. Den würde ich dann immer am Abend mit Steaks füttern und in der Früh eine Koffein-Tablette in seinen Wassernapf werfen. Und dann &#8220;Gassi&#8221; gehen, aber nur ein Stockwerk tiefer&#8230;</p>
<p>Ansonsten bin ich für Ratschläge offen. (Anders als meine Wohnungstür für diesen Irren. Ha! Ha! Ha!)</p>
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		<title>Veränderungen</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jun 2012 11:28:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[daughter youth]]></category>
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		<description><![CDATA[Viel verändert sich. Die Welt steht quasi im Wandel. Früher war schon irgendwie cooler. Da Plattitüden dieser Art einst unter am Flussufer knienden, Wäsche waschenden, minder-emanzipierten Frauen ausgetauscht wurden und ich meinen Lesern die Identifikation mit diesem Schauerbild ersparen möchte, sehe ich mich gezwungen, in diesem Artikel noch ins Detail zu gehen. Es ist zwar [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Viel verändert sich. Die Welt steht quasi im Wandel. Früher war schon irgendwie cooler. Da Plattitüden dieser Art einst unter am Flussufer knienden, Wäsche waschenden, minder-emanzipierten Frauen ausgetauscht wurden und ich meinen Lesern die Identifikation mit diesem Schauerbild ersparen möchte, sehe ich mich gezwungen, in diesem Artikel noch ins Detail zu gehen. Es ist zwar unangebracht jetzt diese meine Vermutung auszuformulieren, dass ich, wüsste ich um die Personen aller meiner Leser Bescheid, wohl viele auf genau dem geistigen Niveau einordnen würde, dem auch die Waschweiber vor 200 Jahren entsprachen. Allerdings würde ich in Ermangelung eines entsprechenden Diminutivs, diesen Verdacht einem Mitmenschen niemals persönlich ins Gesicht schleudern. Meine Freude über die indignierten Gesichtsausdrücke vermag die in Folge der Krankenkasse entstehenden Kosten nicht auszugleichen.</p>
<p>So, hätten wir Abschnitt 1 des auktorial-Artikelschemas mal wieder erfüllt. Arroganz eloquent verpackt in einigen vom Wortschatz des gelernten Tischlers abweichenden Fremdwörtern, damit mich jeder für intelligent hält. Kommen wir zu Abschnitt 2, bestehend aus &#8211; Sie ahnen es schon &#8211; prätentiöser Selbstinszenierung.</p>
<p>Ja, früher war cooler. Ich meine nicht ganz früher, so &#8220;das heilige römische Reich hat gerockt&#8221;-mäßig, weil die damals entstandenen Inzest-Familien, sogenannte Adelige, mir heute in der Politik auf die Nerven gehen. Dies betrifft zwar vor allem Deutschland, aber mir reicht auch das schon. Ich meine mehr so früher, 2007 oder 2008, als dieser Blog entstanden ist. Damals war alles einfacher. Mein Musikgeschmack zum Beispiel. Wenn mir die Welt extrem dämlich und stumpf vorgekommen ist, habe ich einfach Kopfhörer aufgesetzt und mit maximaler Lautstärke Trance/Techno/Fick-deine-Mutter-Hip-Hop durch meinen Gehörgang geblasen. Das mögen Sie ja jetzt vielleicht so desinteressiert herunterlesen, aber ich sage Ihnen eines: nach 30minütiger Beschallung konnte ich mit Ihnen und jeder anderen Person dieser Welt eine Unterhaltung führen, ohne dass ich währenddessen auto-aggressive Wünsche am Aufkeimen hindern musste. Ausnahmen, die diese Wünsche aber auch Mordgelüste immer auslösen würden, werden, tun und taten: H. C. Strache, Günther Jauch, Norbert Darabos, Heidi Klum, Bushido, 97% aller Jus/BWL-Studenten und der Golden Retriever meiner Nachbarn.</p>
<p>Aber ich schweife ab. Aufgrund meines Musikgeschmackwechsels von &#8220;Geiler Typ!&#8221; auf &#8220;Langweilige Sau!&#8221; habe ich es geschafft meine Einschlafprobleme zu lösen. Ich bin sehr stolz. In erster Linie zwar auf die Band, aber auch auf mich, der ich <a href="http://www.youtube.com/watch?v=kuC2sc-1CMU">dieses Lied</a> entdeckte. (Andere promovieren mit ausgezeichnetem Erfolg, aber hey, ich habe ein Lied entdeckt. Tolle Leistung.) Jetzt ist es nur leider so, dass ich gerne fachsimpeln würde, wie toll die Band, die benutzten Instrumente, das Genre an und für sich, andere Größen aus diesem Genre etc. sind &#8211; aber jeder echte Musikkenner würde mich sofort entlarven. Außerdem hat diese Band, mit dem wundervollen Namen &#8220;Daughter&#8221;, keinen Wikipedia-Eintrag, was zur Folge hat, dass ich das Genre nicht einmal kenne. Macht aber nichts, ich habe auch so ein paar Argumente dafür, sich das verlinkte Lied anzuhören:</p>
<p><strong> Nebenwirkungen von handelsüblichen Schlafmitteltabletten<br />
</strong></p>
<ul>
<li>Nystagmus</li>
<li>Dysphorie</li>
<li>Ataxie</li>
<li>Kopfweh</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das hört sich jetzt super-medizinisch an, ich weiß. Aber es klingt einfach bedrohlicher, als eine Erklärung der Nebenwirkungen für Normalsterbliche. Und dass Sie ein Normalsterblicher sind, sollten Sie nicht vergessen, wenn Sie mir das nächste mal begegnen und mit Ausreden wie &#8220;Äh, na, tut mir leid, i habs ma ned angehört, weil es muss bei mir immer leise sein, sonst hör i ned bis zur Küche und i muss bis zur Küche hören, weil i sonst ned weiß wann der Kaffee fertig ist und der mir sonst verbrennt. Und verbrannter Kaffeesud stinkt echt grauslich, und i glaub ned, dass man auf auktorial an Raumspray auch gleich bestellen kann&#8230;&#8221; oder &#8220;Sorry, mei Computer hat kan Flash-Player&#8230;&#8221;aufwarten. Eine dieser beiden Ausreden gilt sowieso nicht:</p>
<p><img title="Raumspray" src="http://www.auktorial.net/uploads/raumspray.png" alt="" width="587" height="259" /></p>
<p>Schön langsam sollten Sie dieses wunderbar melancholische und emotionale Lied aber wirklich angehört haben. Bei dem Aufwand, den ich hier für Sie betreibe. Für den Fall, dass Sie immer noch nicht auf den Link geklickt haben, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=kuC2sc-1CMU">hier ist er nochmal</a>. Für den Fall, dass Sie auch diesen Link ignorieren sind Sie damit entweder&#8230;</p>
<ul>
<li>&#8230; Besitzer eines extrem schlechten Gewissens.</li>
<li>&#8230; ein Psychopath.</li>
<li>&#8230; tatsächlich zu blöd um den Flash-Player zu installieren.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Sollte das schlechte Gewissen zutreffen, so wissen Sie ja selbst am besten, wie Sie dieses Problem erledigen. Sollten Sie ein Psychopath sein, probieren Sie aus, ob Ihnen der Raumspray schmeckt. Sollten Sie tatsächlich zu blöd sein, den Flash-Player zu installieren, nehmen Sie einen großen Stein und hauen Sie sich damit gegen die Stirn. (Davor müssen Sie aber unterschreiben, niemals in die Politik zu gehen, ich vermute nämlich, dass H. C. Strache genau so seine Karriere begonnen hat. Und ich will wirklich nicht als Verantwortlicher dastehen, wenn die Frage aufkommt, warum im österreichischen Nationalrat eigentlich nur noch Menschenfeinde sitzen.)</p>
<p>So jetzt bin ich aber wirklich abgeschweift. Um das Bisherige so konzis wie möglich auszudrücken: Mein Musikgeschmack hat sich verändert.</p>
<p>Mein sozialer Umgang hat sich verändert. Halbiert, um genau zu sein. Das ist ja mehr oder weniger der Grund für meine tollen Schlafstörungen. Die Stelle eines engen Freundes ist vakant und ein Bewerbungsschreiben kann per E-Mail an mich geschickt werden. Dieses E-Mail sollte folgende 6 Fragen beantworten:</p>
<p>1.) Können Sie Ihre Ansichten zum Staat Israel ausformulieren, ohne dabei antisemitisch zu werden?<br />
2.) Besitzen Sie einen Köter und haben nicht die Absicht diesen baldigst zu grillen?<br />
3.) Studieren Sie Jus oder BWL?<br />
4.) Bevorzugen Sie bei Möbelstücken Buche oder Kernbuche?<br />
5.) Welche Abmessungen hat Ihre Matratze?<br />
6.) Was halten Sie von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=kuC2sc-1CMU">diesem Lied</a>?</p>
<p>Diese Fragen mögen sich etwas eigenartig anhören, letztlich sind sie aber sehr gut durchdacht und man kann sehr viel aus den Antworten herauslesen. So beantwortet Frage 1 ob die Person prinzipiell für Grundsatzdiskussionen, die etwas Bildungshintergrund erfordern, geeignet ist. Aus der Antwort auf Frage 2 geht hervor, ob die Antragsteller auf meinen&#8230; nennen wir es &#8220;Respekt&#8221;&#8230; vor Hunden zynisch reagiert oder dies irgendwann tun wird. Frage 3 ist die Barriere für alle perspektivenlosen Intelligenzabstinenzler. Die 4. Frage beantwortet, ob der Antragsteller immer das Neueste, Aktuelle haben möchte, das man nach 2 Jahren wieder wegschmeißen kann, oder ob er nachhaltiger denkt. Frage 5 beantwortet einfach nur wie groß die Matratze ist. Die 6. Frage ist die letzte Chance, Ihr schlechtes Gewissen auszugleichen, falls Sie impertinent genug waren, das Lied immer noch nicht anzuhören!!!</p>
<p>Einige Dinge haben sich nicht verändert. Meine Talentlosigkeit, was das Gitarrespielen betrifft zum Beispiel. Meine Versuche gleichen denen Amerikas den Nah-Ost-Konflikt zu lösen: Nichts klappt! Auch die Tatsache, dass nur die Freunde die selber bloggen, meine Artikel lesen, wird sich wohl nie ändern. Und dabei habe ich echt nicht viele Freunde. Der Großteil meiner Leser kennt mich glaube ich nicht gut. Dies beeinflusst die Größe meines Rezipientenkreises auf zweierlei Arten: 1.) Je weniger Freunde ich habe, desto weniger werden im Durchschnitt bloggen. Je weniger Freunde bloggen, desto weniger werden meine Artikel gelesen. 2.) Je weniger Freunde ich habe, desto mehr Menschen auf dieser Welt sind keine Freunde &#8211; und damit potenzielle auktorial-Leser.</p>
<p>Mir ist schon klar, dass diese Überlegungen Ihr Gehirn jetzt etwas überstrapazieren. Essen Sie ein paar Gummibären, legen Sie sich auf die Couch und massieren Sie sich die Schläfen. Vielleicht läuft ein Schlager auf Radio Steiermark, dann können Sie sich ja so richtig entspannen. Danach lesen Sie diesen Artikel nochmal, unterschreiben ein Anti-Politik Formular und gehen einen Stein suchen&#8230;</p>
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		<title>Mur-Studienzone</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jun 2012 20:47:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[mur-kraftwerk]]></category>
		<category><![CDATA[nagl]]></category>
		<category><![CDATA[studiengebühren]]></category>
		<category><![CDATA[umweltzone]]></category>

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		<description><![CDATA[Einiges läuft falsch. Sehr falsch. Der alten Leier vom Mur-Kraftwerk sind zwar schon die letzten Saiten gerissen, aber es ist wichtig, das nochmal anzusprechen. Dass die Neo-Hippies (also die GAJ), die wegen ein paar Bäumen auf die Barrikaden steigen, nicht ernst genommen werden dürfen, da ist man sich einig. Aber seit einiger Zeit nervt halt [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Einiges läuft falsch. Sehr falsch. Der alten Leier vom Mur-Kraftwerk sind zwar schon die letzten Saiten gerissen, aber es ist wichtig, das nochmal anzusprechen. Dass die Neo-Hippies (also die GAJ), die wegen ein paar Bäumen auf die Barrikaden steigen, nicht ernst genommen werden dürfen, da ist man sich einig. Aber seit einiger Zeit nervt halt auch die Opposition etwas herum. Und die macht man nicht so ohne Weiteres mundtot, ohne dabei Stimmen zu verlieren. Und Bäume macht man nicht so einfach tot, ohne dabei Stimmen für dieses Projekt zu sammeln. Also werden jetzt vermutlich geschwind ein paar Zettel an Parteifunktionäre verschickt, die schon wissen, was da angekreuzt gehört und man hat eine demokratische Volksbefragung, auf die man sich stützen kann.</p>
<p>&#8220;Ihr wolltet doch das Mur-Kraftwerk, da schauts, das ist das Ergebnis der Volksbefragung! Hab ich selbst ausgezählt!&#8221;</p>
<p>Für die Studiengebühren ist der Töchterle auch nicht verantwortlich. Überhaupt gar kein Ministerium oder IRGENDWER im Nationalrat. Nur mal so. Da sind die Universitäten schuld. Die heben ein, nicht die Politik. Ja, stimmt schon, es gab ein paar Drohungen an die Universitäten, die keine Gebühren verlangen. Vonwegen denen streicht man die Förderungsgelder und so. Aber halb so wild, bis jetzt hat noch keine Hochschule zumachen müssen. Im Hörsaal ist es halt ein bisschen enger jetzt. Wie in der neuen Mittelschule, könnte man eigentlich einen zweiten Professor pro Vorlesung dazu stellen. Um das allgemeine Gemurmel zu übertönen. Hm&#8230; eigentlich eine gute Idee oder? Dann gibt es auch ein Argument dafür, warum jetzt die Studiengebühren auf einmal wieder da sind. Mit noch mehr Professoren wird den Unis damit eigentlich nur geholfen! Hoffentlich kapiert niemand, dass man heutzutage das gesamte Wissen eines Studiengangs auf einem USB-Stick abspeichern kann und genauso gut auch 98% der Studentenzeit vor dem eigenen Schreibtisch verbringen kann. Weil dann würden sich die Studenten fragen, warum überhaupt EIN Professor &#8211; das muss man unterbinden! Na jedenfalls:</p>
<p>&#8220;Die Universitäten sind Schuld, dass ihr zahlen müsst. Jede Universität trifft diese Entscheidung selber! Geht zum Direktor und regt euch dort auf!&#8221;</p>
<p>Umweltzone in Graz? Bestes. Ganz wichtig. Dem Sigi geht es vor allem um die Gesundheit, muss erwähnt werden. Die der Grazer versteht sich, seine eigene riskiert er für das Volk. Brot und Spiele. Den guten Sigi sah man beim DTM-Boxenstopp in Graz vor 3 Wochen nämlich mit Helm und Rennfahreroutfit dümmlich in die Kamera grinsen. In diesem Outfit, lieber Sigi, auf dem Fahrersitz vom neuen Mercedes, könntest deinen Wählern (also nicht mir, mir ist es egal) erklären, weshalb eine Umweltzone denn jetzt genau so wichtig ist. Die Reifenspuren am Kaiser-Franz-Josef-Kai sprechen halt ihre eigene Sprache, gell. Aber das ist neuer Gummi, der da abgerieben wurde. Also umweltfreundlich. Außerdem von Ralf Schuhmacher. Der weiß was er tut und würde Graz niemals schaden. Sieht so aus, als würde es auch zur Umweltzone eine Umfrage geben. Ob der Ralf einen Stimmzettel bekommt, nachdem ihr jetzt per du seid?</p>
<p>&#8220;Ihr seids doch die, die gern DTM schaun gehn, also regts euch ned auf, dass ihr selbst nemma Autofahren dürfts! Man kann net alles haben.&#8221;</p>
<p>Man kann wirklich nicht alles haben. Hirn zum Beispiel. Bei unserer prekären Wirtschaftslage? Mangelware. Niemand will den österreichischen Hirnfurz, und wenn wir nicht exportieren können, klappt das mit dem Import auch nicht!</p>
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		<title>Cro</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 14:57:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[cro]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz im Ernst? Solange Facebook mir Werbungen Marke &#8220;Koihime Musō &#8211; SO SÜSS! Supertolle Kampfbräute mit RIESIGEN Schwertern&#8221; liefert, mache ich mir überhaupt keine Gedanken über meine Privatsphäre. So viel, wie ich in diesem Netzwerk schon geliked, gepostet und kommentiert habe, sollten die mich aber wirklich besser kennen. Natürlich ist Facebook ein leidiges, ausgepresstes Thema. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz im Ernst? Solange Facebook mir Werbungen Marke &#8220;<strong><em>Koihime Musō</em> &#8211; SO SÜSS! Supertolle Kampfbräute mit RIESIGEN Schwertern</strong>&#8221; liefert, mache ich mir überhaupt keine Gedanken über meine Privatsphäre. So viel, wie ich in diesem Netzwerk schon geliked, gepostet und kommentiert habe, sollten die mich aber wirklich besser kennen. Natürlich ist Facebook ein leidiges, ausgepresstes Thema. Aber noch nicht ausgepresst genug, wie zum Beispiel die Kleine Zeitung und News befinden und im monatlichen Takt einen Leitartikel in der Printausgabe publizieren oder aber mit dreiseitiger (natürlich hochgradig seriöser) Berichterstattung, die Aufmerksamkeit der Rezipienten fesseln. Letztere sind meistens über siebzig Jahre alt und vom sonntäglichen Besuch der Kirche schon entsprechend konditioniert, alles zu glauben, was eine höhere Autorität als Wahrheit proklamiert und an inhaltliche Wiederholschleifen gewöhnt. Sei es Pfaffe, Zeitung oder die einsame Nachbarin, deren widerlicher Köter immer ins Treppenhaus scheißt. Je nun, Oma/Opa/einsame Nachbarin, es ist mir egal, ob ihr schon wieder von der Speicherung der Nutzerdaten auf Facebook gelesen habt &#8211; solange ich nicht an &#8220;supertollen Kampfbräuten mit RIESIGEN Schwertern&#8221; interessiert bin, sondern an den Produkten des Thieme-Verlags, ist mir das egal. Und solange Computersysteme gehackt werden können, würde ich mir sehr gut überlegen, ob ich das Festnetztelefon in der Wohnung behalte &#8211; schließlich und endlich wissen durch derlei Kommunikationsinstrumente nicht nur die Bekannten, sondern dank der Vorratsdatenspeicherung auch die Behörden vom Treppenhaus-zuscheißenden Köter. Unsere Daten sind überall.</p>
<p>Viel schlimmer als die uns betreffenden Daten, von denen wir nicht wissen, dass sie gespeichert werden, sind die, die jeder einsehen kann. Wenn ich auf Facebook &#8220;; gefällt Cro.&#8221; lese, hält mich im Zeitraum der nächsten 10 Minuten jeder Arzt für einen Basedow-Kranken.</p>
<p>Einen sehr schlecht gelaunten Basedow-Kranken.</p>
<p>Es ist schwierig zu erklären, warum ich Cro so hasse. Wieso halte ich <a href="http://www.facebook.com/cromusic">diese Fanseite</a> für ein riesiges Sammelbecken geschmacksverwirrter Teenie-Vollidioten?</p>
<p>Vor einem halben Jahr erschien &#8220;Easy&#8221;. Cro rappt fröhlich auf einen motivierenden Beat und macht ein paar Witze. Für Pop zu viel Rap. Für Rap zu viel Pop. Die beiden Genres zu mischen ist keine neue Idee &#8211; Marteria (&#8220;Verstrahlt&#8221;) und Casper (&#8220;So Perfekt&#8221;) haben es erfolgreich vorgemacht, sind dabei allerdings überwiegend im Rapgenre geblieben. Bei Cro wirkt es so bizarr wie ein Selbstmordattentäter in einem Helly Kitty Kostüm &#8211; eine perverse Kombination. Und das bei jedem Lied. Er hat sich auch nicht entblödet diesem Krebsgeschwür von Musikstil einen eigenen Namen zu verpassen &#8211; &#8220;Raop&#8221;. Größenwahnsinnig, lächerlich oder beides?</p>
<p>Anscheinend nichts dergleichen, denn der deutschsprachige Raum feiert ihn im gleichen Stil, wie Carly Ray Jepsen &#8211; man kennt sie als fast 30jährige die in ihren Liedern inhaltlich und in ihren Musikvideos visuell auf 14jähriges Girlie macht. Cro hat innerhalb von 6 Monaten fast eine Million Facebook-Fans und das ohne je eine CD auf den Markt gebracht zu haben. Nervt. T. aus B. wohnhaft in G. schreibt (während das Easy-Video bereits weit über 10 Millionen Aufrufe verzeichnet) als Statusnachricht: &#8220;Wie sie auf einmal alle Cro feiern. Die Welt hat ja doch Geschmack.&#8221; &#8211; Sie hat Unrecht. Popmusik ist so konzipiert, dass eine möglichst breite Masse angesprochen wird und damit keine Geschmacksache. Nervt. Dieser billige Pandamasken-Ich-vermarkte-mich-alternativ-Stil&#8230; nervt.</p>
<p>All diese Tatsachen im Hinterkopf, machen Cros durchaus ansprechenden gute-Laune-Lieder für mich zur auditiven Qual. Es gibt nicht genug Fäuste auf der Welt um alle &#8220;Klar hör&#8217; ich Rap, aber nur guten, sowie Cro.&#8221;-Leute zum Schweigen zu bringen.</p>
<p>Bushido ist der Grund dafür, dass Leute Rapmusik so hassen. Aber ihre Rettung scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Denn Caspers Musik wird von verwirrten <a href="http://hypetrak.com">Hypetrak</a>-Lesern als &#8220;Post-Hop&#8221; umschrieben und Cros &#8220;Raop&#8221; hat mit Rap nur sehr wenig zu tun. Wie sollen die Vorurteile, die Rap mit sich herum trägt abgebaut werden, wenn alle Nachwuchsrapper (zu denen Casper natürlich nicht gehört, um Missverständnissen vorzubeugen) ihre Musik nicht mehr als Rap bezeichnen, geschweige denn produzieren? F.R. ist für mich persönlich der letzte Hoffnungsschimmer. Die entscheidende Schlacht hat der gute Rap allerdings schon vor Jahren verloren, als Beatfabrik im Untergrund blieb und Bushido und Sido bekannt wurden &#8211; nicht umgekehrt&#8230;</p>
<p>Eines sei zum Schluss noch angemerkt: Die Easy-EP steht bei mir im Regal und das kommende Album Raop werde ich mir auch kaufen. Mit dem Vorsatz auf die Frage &#8220;Was für Rapper hörst du?&#8221; niemals mit &#8220;Cro&#8221; zu antworten.</p>
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		<title>Ein paar Gedanken zur Umweltzone</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 11:04:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt viele Dinge, die ich nicht verstehe. Beispielsweise warum diese Seite täglich über 20 mal besucht wird, obwohl ich in keiner Form Hoffnung auf neue Artikel provoziert habe. Oder warum meine Großmutter täglich 20 mal besucht werden will, obwohl ich mit größter Akribie darauf geachtet habe, keine Hoffnungen auf unterhaltende Gesellschaft aufkeimen zu lassen. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Dinge, die ich nicht verstehe. Beispielsweise warum diese Seite täglich über 20 mal besucht wird, obwohl ich in keiner Form Hoffnung auf neue Artikel provoziert habe. Oder warum meine Großmutter täglich 20 mal besucht werden will, obwohl ich mit größter Akribie darauf geachtet habe, keine Hoffnungen auf unterhaltende Gesellschaft aufkeimen zu lassen. Aber am Unbegreiflichsten ist mir, wie man auf die Idee kommen konnte Dick und Doof zu mischen, wohlgemerkt ein vielversprechendes Produkt erwartend. Wie das bei den geistigen Abfallprodukten der Schwarz-Roten fast immer der Fall ist, sind die Linken und die Rechten dagegen. Aus völlig unterschiedlichen Gründen, was den Wählern natürlich egal ist. Die Stimmen fängt der Populistischere, also die FP. Hermann und Franz haben erfolgreich ein Stimmenpaket geschnürt und es den Blauen zugeschoben. Und wofür? Eine Regelung, die im Gegensatz zu dem Stimmenpaket, keine zwei Legislaturperioden zu überdauern vermag. Bravo, Jungs.</p>
<p>Ich weiß, ich weiß, eigentlich trifft euch ja keine Schuld. Das ist die böse EU, die euren Cheffes im Nationalrat auf die Nerven geht. Und wer euren Chefs auf die Nerven geht, sorgt dafür, dass euch auf die Nerven gegangen wird. Schade, dass die Hierarchie in der Politik so ausgezeichnet funktioniert. Wie auch bei den Studiengebühren wurde die Verantwortung perfekt an Dritte weitergegeben. Statt für höher frequentierte öffentliche Verkehrsmittel zu sorgen und diese zu verbilligen, werden die Preise von der Holding erhöht &#8211; mehr Kosten für den Bürger. Statt für generelle Fahrverbote in der Innenstadt zu sorgen, wird für ein Fahrverbot mit alten Autos plädiert &#8211; mehr Kosten für den Bürger, der sich nicht im 5-Jahres-Schritt den neuen 1er BMW leisten kann.</p>
<p>Aber was tu ich so scheinheilig? Bis zu einem gewissen Grad sind mir die Probleme der unteren Mittelschicht so egal, wie die neuesten Lizenzvereinbarungen von Apple. Der Großteil kann sich in der wärmeren Jahreszeit mit einem Fahrrad behelfen, was bleibt ist eine kleine Zahl von Arbeitern, die vor einem echten Problem stehen und um die sich hoffentlich der Arbeitgeber kümmert. (Wer&#8217;s glaubt.) Die Frage ist, was ICH jetzt mache, der ich mich schon redlichst auf den Audi meiner Großeltern freute. Parkplatz vor der neuen Wohnung hätte ich schon gehabt. Aber die Umweltzone macht mir da halt doch einen Strich durch die Rechnung. Andererseits muss man sich auch fragen wozu ein Student ein Auto braucht &#8211; es wäre halt trotzdem geil gewesen.</p>
<p>So sitze ich vor dem Computer, hoffend diesen Blog irgendwann zu Geld machen zu können um sich dann einen Mini Cooper zu leasen.</p>
<p>xoxo<br />
M.</p>
<p>P.S.: Nein, Barbara Karlich, nein. Nein, nein, nein. Sicher nicht. Geh einen anderen einladen, ich helfe dir nicht beim Brötchenverdienst. Die Anti-Vitamine die du seit Jahren in deiner Show verteilst, wirken direkt auf die Hirnzellen der erblindeten Masse &#8211; ich bezweifle doch, dass ein regelmäßiger Zuschauer wirklich verstehen würde, was ich dort sage. Nein.</p>
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		<title>Wirtschaftsfaschisten!!!</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 21:12:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[tokyo by kenzo]]></category>

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		<description><![CDATA[Es beginnt wieder. Ich merke das. Mein Brustkorb zieht sich unnatürlich zusammen, ich vernehme ferne Schmerzensschreie und Rihanna wirft ein neues Album auf den Markt. Wobei sich die beiden Letzteren zum Verwechseln ähneln. Doch kein Grund zur Panik! Das Jahr 2012 ist ein Amateur und kann seinen Vorgänger gar nicht übertreffen. Die Messlatte liegt jenseits [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es beginnt wieder. Ich merke das. Mein Brustkorb zieht sich unnatürlich zusammen, ich vernehme ferne Schmerzensschreie und Rihanna wirft ein neues Album auf den Markt. Wobei sich die beiden Letzteren zum Verwechseln ähneln. Doch kein Grund zur Panik! Das Jahr 2012 ist ein Amateur und kann seinen Vorgänger gar nicht übertreffen. Die Messlatte liegt jenseits aller Vorstellungskraft und ist vergleichbar mit einem Platz in der Hölle neben Lena Meyer-La- verdammt, ich tu es schon wieder. Eigentlich bin ich ja nur neidisch Lena! Du bist fame, kannst singen, hast den Style und das Geld&#8230;</p>
<p>Die Tragödie von der ich spreche und im Begriff war mir das Jahr 2012 ungeheuerlich zu versalzen, kommt dem Verschwinden einer Kreditkarte gleich, während hinter dir dein unversichertes Haus abfackelt. Ich spreche natürlich von meinem Parfum. Tokyo by Kenzo heißt der magische Duft, in welchem ich stündlich zu baden pflege. (Nicht beim Heer, aber davor und jetzt wieder.) Der Verbrauch ist hoch, weswegen ich alle paar Monate zum Kastner und Öhler gehe und dort mein Verlangen nach mehr Parfum befriedige. Als ich also eines schönen Morgens den Zerstäuber betätigte, machte es einen Zischer. Die Schallwellen dieses Geräusches donnerten gegen mein Trommelfell, während mein Gehirn zeitgleich die Information verarbeitete, dass soeben kein Duftwasser ausgetreten war. Ich schlussfolgerte präzise, während meine Psyche reflexartig einen Schnellschlussmechanismus meiner Augen auslöste, um mich vor dem Anblick einer Welt zu bewahren, in der ich keinen Tropfen Tokyo by Kenzo besitze.</p>
<p>20 Minuten später betrat ich den Kastner.</p>
<p>Jedes mal wieder ärgert es mich, dass ich im Kastner eigentlich immer nur im Erdgeschoss bei den Düften herumkrebse und mir so das hochmoderne Kastnerdach entgeht, welches sich ja nach entsprechender Modifikation so wundervoll in die Altstadt einzufügen begann. Ich schlucke meinen Ärger und kotze ihn beim KENZO-Regal wieder aus. &#8220;WO IST MEIN TOKYO?&#8221;, schrie ich die attraktive, etwa 20jährige Verkäuferin, welche sich soeben anschickte mir zu helfen, an den Schultern rüttelnd an. Verängstigt floh diese zu einem abgesperrten Designerkasten, öffnete diesen mit einem Schlüssel, den sie (so kommt mir vor) wohl aus der Hölle selbst hervorzauberte und zog eine Ringmappe hervor, mit der sie zu mir eilte.</p>
<p><em>&#8220;Christina Aguilera Parfum&#8221; &#8211; riecht extrem süß und massentauglich, wird von lauter 12jährigen Mädchen und 16jährigen Schwuchteln getragen, IMPORT FORTSETZEN!</em><br />
<em>&#8220;Hello Kitty Parfum&#8221; &#8211; riecht nach toter Katze, die Kids stehen drauf, IMPORT FORTSETZEN!</em><br />
und mehr dergleichen stand auf dieser Liste. Schließlich wurden wir fündig.</p>
<p><a href="http://www.auktorial.net/?attachment_id=1616" rel="attachment wp-att-1616" title="ringmappe"><img class="aligncenter  wp-image-1616" title="ringmappe" src="http://www.auktorial.net/wp-content/uploads/ringmappe.jpg" alt="" width="550" height="720" /></a></p>
<p>Ich konnte es nicht fassen. Die haben den Import von meinem Parfum eingestellt! Wenn der Artikel bei Amazon auch nicht mehr verfügbar ist, renne ich mit Sprengstoffgürtel in die RESOWI-Kantine und schreie bevor ich den roten Knopf drücke nur noch: &#8220;Das habt ihr davon, dass ihr kalten Kaffee verscherbelt!&#8221; &#8211; Passieren würde gar nichts, weil bis der Max B. sein Maschinenbaustudium fortsetzt und solange die Seifenfabrik nur ein Veranstaltungszentrum ist, bringe ich nicht mal einen müden Funken zusammen&#8230;</p>
<p>Im Endeffekt sind die Grundsätze des freien Marktes aber Bullshit, wie sich besonders in diesem Fall bemerkbar macht. Angebot und Nachfrage regeln den Markt, schön und gut. Aber ich will nicht wie ein 0815-Bollwerkspasti riechen, nur weil sich gerade 1-Million gut verkauft und deswegen weiter importiert wird. Für mich macht es einen Riesenunterschied, wenn zu dem &#8220;Ui, du riechst gut.&#8221; noch der Nachsatz &#8220;Der Geruch erinnert mich an irgendwas.&#8221; folgt. Die Parfumindustrie wird doch nur von einem riesigen Syndikat aus Wirtschaftsfaschisten gelenkt, die alle irgendwann mal BWL abgebrochen haben. Darüber, meine Herrschaften, gibt es Filme zu drehen, nicht über Weltuntergangstheorien. Aber der Markt ist halt frei und ARTE hat kein Budget. Tolle Sache.</p>
<p>Studierst du BWL und fühlst dich jetzt verstimmt, gar gekränkt? &#8211; Ist mir komplett egal.</p>
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