“Menschenrechte im Strafvollzug” – Kickers ‘Feminismus’
Menschenrechte im Strafvollzug – Recht und Praxis in Europa heißt der Artikel von DDr. Renate Kicker, erste Vizepräsidentin des CPT (Committee for the Prevention of Torture). Das CPT mag ja durchaus wichtig sein, doch Kickers Artikel, welcher im Herbst 2008 in der 151. Ausgabe des Magazins “Denken und Glauben” veröffentlicht wurde, ist meiner Meinung nach für Schülerinnen und Schüler mehr als ungeeignet. Ein sich selbst widersprechender radikal-feministischer Text liegt vor mir, der die heutige Jugend, die ja großteils nicht viel mehr will als Partys und Sex, anscheinend instrumentalisieren soll.
Der Artikel beginnt mit einer kleinen Information zur österreichischen Strafvollzugsanstalt in Leoben. Sie ist, wie es heißt “großzügig ausgestattet” und gilt “als Modell für den österreichischen Strafvollzug”. Ob man ein Gefängnis mit Billardtischen, Fernsehern und Tischtennisräumen ausstatten sollte, kann und soll natürlich jeder hart arbeitende Steuerzahler für sich selbst entscheiden. Weiter geht es mit einer Einführung in die Tätigkeiten des CPT, welches auf “alte wie neue Problemlagen reagiert”. Als Beispiel für diese Problemlagen wird “die steigende Anzahl von Frauen” in Haftanstalten genannt. Vorweg gehe ich davon aus, dass wir von österreichischen Gefängnissen sprechen, da in dem Text ständig Österreich als Beispiel genannt wird. So, nun geht es los.
Die Einführung echter lebenslanger Haftstrafen als Ersatz für die in Europa abgeschaffte Todesstrafe und eine sich daraus ergebende unbegrenzte Haftdauer ohne Hoffnung auf Entlassung sind eben solche Problemfelder, mit denen sich das Expertenorgan auseinanderzusetzen hat.
Erstens wird eine lebenslange Haftstrafe in ihrem Sinne nicht verhängt, um den Verurteilten zu resozialisieren, da dies nicht ihrer Definition entspricht. Inwiefern dies nun ein Problemfeld darstellt, wird im Artikel nicht weiter erläutert. Zweitens gibt es in Österreich keine lebenslange Haftstrafe ohne die Chance auf Wiedererlangung der Freiheit. §46 Absatz 6 des StGB besagt eindeutig, dass eine bedingte Entlassung möglich ist, sofern bereits 15 Jahre im Gefängnis verbracht wurden.
Der Anteil der weiblichen Inhaftierten liegt um die 5 Prozent, allerdings mit steigender Tendenz. In Ländern von der Größe Österreichs gibt es daher meist auch nur eine Vollzugsanstalt für Frauen. Das bedeutet, dass Frauen ihre Haftstrafe in aller Regel weit von ihrem Heimatort, und damit von ihren Kindern und Familien entfernt, abbüßen müssen. Dies führt zu einer bedeutenden Beeinträchtigung ihrer Kontakte zur Außenwelt, worunter Frauen besonders leiden.
Im Jahr 2008 wurden 21.137 angezeigte Fälle geklärt. (Quelle: Statistik Austria) Wenn wir von den oben erwähnten 5% ausgehen, haben wir damit 1.057 verurteilte, weibliche Verbrecherinnen. Diese Anzahl von weiblichen Verbrecherinnen rechtfertigt keine zweite, eigene Strafvollzugsanstalt für Frauen. Allein die Justizanstalt Wien Josefstadt fasste am 30. August 2007 1226 Inhaftierte (Quelle: Anfragebeantwortung der Bundesministerin für Justiz zum Thema “Aktuelle Häftlingszahlen”). Viel wirtschaftlicher wäre also ein Ausbau der aktuellen Frauenstrafanstalt – die oben angesprochene Besuchsproblematik ist ein Umstand der Freiheitsstrafe, die nicht ohne Grund so heißt. Die Aussage, Frauen würden besonders unter der Beeinträchtigung ihrer Kontakte zur Außenwelt leiden, finde ich unerhört. “Kontakte zur Außenwelt” sind für jeden Menschen wichtig – dies ist geschlechtsneutral zu behandeln.
(…) Die Folge ist, dass Frauen auch die wesentlich höheren Sicherheitsmaßnahmen, die für männliche Gefangene notwendig sind, teilen müssen und das Konzept der dynamischen Sicherheit, wonach Frauen grundsätzlich eines weit geringeren Maßes an Sicherung gegenüber der Außenwelt bedürfen, in der Praxis nicht umgesetzt werden kann.
Dass die Gleichstellung mit dem Mann anscheinend auch seine Nachteile für Frauen hat, ist somit beispielhaft belegt. Feministinnen setzen sich nicht für Emanzipation ein, sondern nur für ihre rosigen Seiten.
Und nun wird es richtig peinlich für DDr. Kicker:
Es ist erwiesen, dass Frauen, wenn sie in eine Haftanstalt eingewiesen werden, kaum Fluchtpläne schmieden und auch ihre BewacherInnen nicht tätlich angreifen.
Letzteres ist definitiv korrekt, da erfahrungsgemäß ein Mann über mehr Aggressionspotential sowie körperliche Stärke verfügt als eine Frau. Ich bitte die Stelle mit den Fluchtplänen im Kopf zu behalten und springe kurz zum Ende des Artikels:
Dem/der geneigten LeserIn sei am Schluss noch ein Buch empfohlen, das auf einer wahren Geschichte beruht (…) Es ist das Buch von Sandra Gregory mit dem deutschen Titel “Frei ist nur der Blick zum Himmel”.
Wie es der Zufall will habe ich ein Exemplar dieses Buches vor mir liegen.
GREGORY, Sandra: Frei ist nur der Blick zum Himmel; übersetzt von Inga-Brita Thiele;Verlagsgruppe Lübbe; Deutsche Erstveröffentlichung
“Plötzlich kamen mir Fluchtgedanken. Wie ich da in der Sonne saß und wartete, dass es mir besser ginge, glaubte ich, Hubschrauber zu hören.” (Seite 149)
“Ich wachte jeden Morgen völlig erschöpft von meinen nächtlichen Fluchten auf. Selbst tagsüber wälzte ich wie besessen Fluchtpläne. Eine Frau, mit der ich mich recht gut angefreundet hatte, sagte mir, sie würde mir in jeder Weise helfen, wenn ich einen Weg fände.” (Seite 196)
Ich hoffe, dass dies aufschlussreich genug ist, was die Treffsicherheit der Einschätzung im Artikel, Frauen würden kaum Fluchtpläne schmieden, betrifft. Auch der sehr vorsichtig verwendete Ausdruck “kaum”, lässt sich vor diesen Zitaten nicht mehr rechtfertigen. Ich zitiere nun wieder aus dem Artikel.
Frauen leiden ganz besonders unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und vor allem auch darunter, den meisten Teil des Tages und der Nacht allein oder mit einigen wenigen Mithäftlingen in ihrer Zelle eingesperrt zu sein.
Strenge Sicherheitsvorkehrungen gehören nun einmal zu den Grundvoraussetzungen, die gegeben sein müssen, um eine Freiheitsstrafe an einem Verbrecher (ich spreche im allgemeinen Maskulin) zu gewährleisten. Die Behauptung Frauen würden “besonders” unter jenen leiden (wobei Frauen mit dem Wort “besonders” eindeutig in Relation zu Männern gestellt werden) ist für mich nicht nachvollziehbar. Eine Freiheitsstrafe (um damit zum zweiten Teil des Zitats zu kommen) beinhaltet das Wort Freiheit und Strafe. Wenn Frauen darunter leiden, eingesperrt zu werden, dann tut mir das Leid, dennoch erschließt sich mir nicht, warum hier “Frauen” statt “Menschen” geschrieben wurde.
Meist werden den weiblichen Häftlingen nur Arbeiten in der Küche, in der Reinigung, in der Wäscherei oder sonstige typische Tätigkeitsbereiche für Personen, die keinerlei Ausbildung haben, angeboten.
Ich weiß nicht so recht ob ich über diesen Satz lachen oder weinen soll. Zum Ersten ist ein Gefängnis kein Arbeitsamt, in welchem einem die Arbeit nach den persönlichen Qualifikationen angeboten wird. Die Küche oder die Wäscherei sind Arbeitsumgebungen in denen jede Frau (eigentlich jeder Mensch) ohne große Einschulung arbeiten kann. Zum Zweiten sind Waschen, Kochen und Putzen die Arbeiten, die in einem Gefängnisbetrieb erledigt werden müssen. Eine Frau, ob studierte Medizinerin oder Schulabbrecherin, wird ihre Arbeit folglich ungeachtet ihrer Qualifikationen verrichten müssen. Nicht, weil man jemanden diskriminieren will, sondern weil es der Zweck erfordert. Zum Dritten arbeiten Männer genau in den gleichen Bereichen, weswegen das Wort “weiblich” in obigem Satz vollkommen fehl am Platze ist. Alternativ könnte man Frauen natürlich körperlich anstrengendere Arbeiten (als bspw. kochen) anbieten, doch dies wäre meiner Meinung nach wirklich eine Diskriminierung da Frauen, was die körperliche Stärke angeht, gegenüber dem männlichen Geschlecht evolutionstechnisch benachteiligt sind. (Dies ist kein Sexismus!)
Der Text setzt fort. Sicher ist es keine schlechte Sache weibliches Wachpersonal auf die “emotionalen Herausforderungen” im Gefängnisdienst vorzubereiten, doch emotionale (und auch moralische) Konflikte gibt es in fast allen beruflichen Situationen. Ich spreche von der Medizin, Rechtswissenschaften und Politik. Erneut verstehe ich nicht, warum man nur Wärterinnen vorbereiten sollte, männliche Wärter aber nicht. Man mag es damit begründen, dass Männer “hart im Nehmen seien”, doch das ist meiner Meinung nach ein Klischee und kein Grund dafür, dass männliche Gefängnisbedienstete diese besondere Vorbereitung nicht genießen sollten. Da Männern, wie oben bereits erwähnt wird, mehr Aggressionspotential zuzutrauen ist, wäre es sogar wichtiger eher den männlichen Bediensteten einen besonderen Kurs anzubieten.
Keiner weiß so gut wie ich, wie es ist 17 Jahre alt zu sein. Wenn man die Aufgabe bekommt, den Text zu lesen, investiert man zu Hause 5 Minuten oder gar erst die Pause vor der Stunde für derartige Aufgaben – so denn überhaupt. Die meisten lesen ihn und packen ihn, ohne darüber nachzudenken, wieder weg. Dazu kommt, dass wir Schüler nicht dazu aufgefordert wurden, den mehr als pauschal geschriebenen Artikel zu hinterfragen. Damit bin ich aber nicht einverstanden und hoffe meinen Standpunkt nun klar ausgedrückt zu haben.
Ich hoffe, vom Leser dieses Textes nicht ins politisch rechte Eck gesteckt zu werden, da ich an sich viel von Emanzipation und der Frauenbewegung halte. Was mir gegen den Strich geht ist das Manipulative und Extremistische im Artikel der Fr. DDr. Kicker.
Überempfindlichkeitsreaktionen und Dekadenz
Immer öfter bemerke ich die allgemeine Unzufriedenheit meiner jugendlichen Zeitgenossen. Ich lebe in einem der reichsten Länder der Welt und keinem genügt das, was er hat. Während Dekadenz zu den Jugendzeiten meiner Großeltern noch verpönt war und man sich in den besten Jahren meiner Eltern zumindest dafür schämte, weiß die heutige Jugend das Wort nicht einmal mehr zu definieren. Hier, sowie in vielen anderen goldenen Bereichen des Lebens, bilde ich die intellektuelle Ausnahme unter den Intelligenzabstinenzlern.
Ich will hier niemandem die gute alte Geschichte von Reichtum und der damit einhergehenden Unzufriedenheit hineindrücken, da mir die Muse für ständige Wiederholungen meiner selbst fehlt. Wer an dieser Stelle nicht weiß wovon ich spreche, sollte sich schleunigst einen Lottoschein kaufen, um sich im Falle eines Sechsers einige Zeit später am Geländer einer Autobahnbrücke wieder zu finden.
Man muss sich schon etwas verwundert fragen, wie es die menschliche Psyche, wenn auch noch jedes kleinste, unwichtigste Bedürfnis befriedigt zu sein scheint, schafft, einen neuen Wunsch zu äußern. Was soll das denn bitte auch sein? Ein verkümmerter Überlebenstrieb? Übrigens tritt in der Medizin ein ähnliches Phänomen auf. So bildet das menschliche Immunsystem (grob gesagt) aus Unterforderung (wer wird heute noch öfter als zwei Mal im Jahr krank?) Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien). Wie über eigentlich alles, lässt es sich streiten, ob man die Dekadenz nun metaphorisch eine Allergie der Menschheit nennen könnte – Fakt ist: Sie macht mich aggressiv. Auch wenn das ebenso auf meine leichte Pollenallergie zutrifft, meine ich wie schwer zu verwechseln die Dekadenz, die mir neulich in ihrer ekelhaftesten Form als “MSN Statusnachricht” präsentiert wurde.
Der Wortlaut vom 24.01. war damals “nicht gerade ein lebenswertes leben :(“, wobei ich einhergehend mit der anschließender Recherche erfuhr, dass dies sich tatsächlich auf die aktuelle Situation der Urheberin bezog. Zumindest ihrer Meinung nach. UND DAS, WO VOR EIN PAAR TAGEN ÜBER 170.000 MENSCHEN IN HAITI GETÖTET WURDEN UND NUN CA. 600.000 MENSCHEN AUF DER STRASSE SITZEN! 12 Tage sollten eigentlich sogar für die Krone genug Zeit sein, um auch noch dem letzten verwöhnten, österreichischen Schnösel zu übermitteln, dass es “da unten mal gekracht hat”.
Aber ich will mich hier jetzt nicht in Rage schreiben und beende den Artikel mit etwas Erheiterndem. Mein kompetenter Mitschüler Martin R. gab neuerdings eine unparteiische und inhaltlich vollkommen korrekte, kleine Kritik zu meinem Blog ab, die ich hier nun in Form eines Videos veröffentliche.
Suizidale Natur?
Als ich gestern Pfeife rauchend auf meiner Wolke schwebte und mir die Welt mal wieder erschreckend klein vorkam (das kommt davon, wenn man alles von oben betrachtet…), machte ich mir einige Gedanken, unsere Natur betreffend. Diese Gedanken drängen sich einem förmlich auf, wenn man eine beliebige, von Abgasen verseuchte, Stadt betrachtet: in meinem Fall Graz. Selbstverständlich muss der Leser an dieser Stelle schon zwei Dinge durchschaut haben: Erstens ist Graz die schönste Stadt Österreichs, welche sich aber leider durch die schlechteste Luft Österreichs auszeichnet und zweitens habe ich diesen Absatz mit einer Metapher begonnen und leide demnach weder ADS noch bin ich geistesgestört.
Vorweg: Der Mensch ist schon eine sehr hässliche Rasse. Besonders bemerkt selbiger dies, nach einem Kinobesuch in James Camerons neuem Kassenschlager “Avatar”. Aber Hässlichkeit hin oder her – im Kampf um das Überleben der Arten scheinen “wir” die Sieger zu sein. Wie jedes Kind weiß, besteht das biologische Leben aus einem ewigen Kampf der Gene. Was sich nicht durchsetzen kann, stirbt aus und was sich durchsetzt vermehrt sich in so hohem Maße, dass die natürlichen Ressourcen der Umgebung, welche für das Überleben besagter Rasse überaus wichtig sind, bald aufgebraucht werden.
Dies führte mich zu dem Gedanken, die Natur sei suizidal. So bilden sich seit jeher neue Arten und nur die, die dem Konkurrenzkampf gewachsen sind, überleben die ständige Gefahr des Aussterbens. Der Mensch schaffte es seine körperliche Unterlegenheit zu anderen Arten mit Intelligenz auszugleichen und entwickelte sich so zu dem, was wir heute sind: Eine Rasse, welche durch die endgültige Vernichtung der Natur das erzeugt, was ihr diese von sich aus nicht mehr geben kann, da es dafür 1. zu viele Menschen gibt und 2. bereits zu viel von der Natur vernichtet wurde.
Das Ende der natürlichen Selektion ist also erreicht: Ein Wesen hat sich gebildet, das seine Welt vernichtet um weiter zu überleben, wobei es den Überlebenskampf nicht mehr gegen konkurrierende Arten, sondern gegen sich selbst austrägt. Die Art, wie die natürlichsten, für uns so selbstverständlichen Grundgesetze ausgelegt sind, führt also unumgänglich zur eigenen Zerstörung. Der ewige Konkurrenzkampf und der Überlebenstrieb eines jeden Lebewesens musste irgendwann unweigerlich zu einer Art führen, deren Status der Homo sapiens eingenommen hat. Eine Art, die ihre metaphorische Mutter tötet um ein kurzes Weilchen länger auf der Welt existieren zu können und die, hätte die Natur selbst einen Überlebenstrieb, gar nicht erst hätte entstehen dürfen.
Neytiri, Häkelschweine und das iPhone
Mein Alltag wird immer deprimierender. Meine Deutschprofessorin ist mit meiner These, die Welt sei eine “tickende Zeitbombe”, nicht einverstanden. HA! Und das in Zeiten der verschleierten, (Nein, ich spreche nicht von Burkas) atomaren Aufrüstung. Und während der R. und die L. ihre Sexualität öffentlich zur Schau stellen und der J. und der G. selbige nun rechtlich absichern dürfen, üben die Na’vi ihre Sexualpraktiken in einer herrlich-romantischen Dschungelatmospähre aus.
Das wirft jetzt natürlich einige Fragen auf. Ist die Homoehe auf Pandora erlaubt? Wenn ja, hat die USA auch nichts dagegen? Ist die Na’vi Braut Neytiri nicht doch etwas zu groß für mich? Wie kommt es, dass die weiblichen Pandora-Einwohner so ungewohnt freizügig sind, obwohl “Avatar” eine amerikanische Produktion ist? (Wie jedes Kind weiß, schleppen amerikanische, übergewichtige Mütter ihre wohlgenährten, McDonalds-süchtigen Sprösslinge in jeden Mord- und Metzelfilm, doch schreien sofort hysterisch auf, wenn einmal der nackte Vorbau einer Dame zu sehen ist.) Ist es rassistisch Neytiri wegen ihrer blauen Hautfarbe zu diskriminieren?
Ich muss an dieser Stelle ganz klar konstatieren, dass ich weder gegen die Homoehe bin, noch gegen Leute die ihre Sexualität öffentlich zur Schau stellen. Während ich Ersteres sogar genieße, da ich weiß, dass sich die rechtspopulistischen Parteien deswegen die Haare raufen (das tun sie vermutlich auch bei der zur Schau gestellten Sexualität), muss ich Letzteres nicht unbedingt sehen. Die große Ausnahme bilden dabei selbstverständlich die Na’vi bzw. Avatare insbesondere Neytiri.
Meinen (von zunehmend schwierigeren Fragen gequälten) Alltag meistere ich selbstverständlich mit dem elektronischen Mobilfunkgerät von Apple. Das iPhone schenkt mir Bier aus, ermittelt mein geistiges Alter (53!) und zeigt mir zu jeder Zeit Bilder von Neytiri an. Allerdings plane ich ein sogenanntes Häkelschwein für lächerliche 5€ zu bestellen, welches mir viele dieser Arbeiten abnehmen wird. Ein Häkelschwein ist nicht nur ein gehäkeltes, süßes, kleines, rosa Schweinchen, Nein: Es ist ein kostengünstiges, innovatives Multifunktionsgerät von universalem Potential. Die Anwendungsbereiche sind auf der oben verlinkten Homepage nachzulesen.
So, das waren meine aktuellen, reinen, guten, rechtschaffenen, von Neytiri unterwanderten Gedanken.
Es ist mal wieder Zeit…
…sich die Ohren mit den Knallen einiger Silvesterraketen zu ruinieren. Richtig viel Spaß macht das allerdings nur, wenn selbige von riesigen asiatischen Konzernen produziert wurden, welche die durch Kinderhand gefertigten Produkte hier dann überteuert verkaufen. Und während die Schreie nervtötender Erzkatholiken, das Weihnachtsfest sei durch die Industrie und die Konsumgesellschaft verschandelt worden, immer leiser werden und 2012 die Welt sowieso untergeht, kümmert sich auch keiner mehr um die Gutmenschen, die ihre Anti-Kinderarbeit Parolen in die taube Welt brüllen.
Obwohl meine Blicke in die Zukunft wie üblich pessimistisch sind, komme ich nicht umhin hier meine Vorsätze für das neue Jahr zu veröffentlichen.
Vorsätze für 2010:
- Ich muss meine Mitmenschen weiterhin vor Nibiru warnen.
- Ich muss meine Mitmenschen vor Sarah Connor warnen.
- Ich werde dem Gruber sein Jausenbrot nicht mehr wegessen.
- Ich werde mein Buch fertig stellen.
- Ich werde die Wahl unseres Maturaballmottos keinesfalls weiter beeinflussen.
- Ich werde einen Ferialjob machen, egal ob ich im LKH genommen werde oder nicht.
- Ich werde meine Jahresvorsätze für 2012 schon im Jahr 2010 schreiben. Sicher ist sicher.
Und da das Schreiben von Vorsätzen dermaßen mühsam und langweilig ist, erledige ich es im Voraus auch gleich für 2011.
Vorsätze für 2011:
- Ich werde dem Gruber gestehen, dass ich immer wieder heimlich von seinen Jausenbroten gegessen habe.
- Ich werde mein Buch dieses Jahr wirklich fertig stellen.
- Ich werde ernsthaft religiös und bete, damit der Herr unsere Erde von Katastrophen wie Nibiru und Sarah Connor befreit.
- Ich werde der Versuchung widerstehen, mir gefärbte Kontaktlinsen zu kaufen.
- Ich werde nicht kritisieren, dass unser Maturaballmotto komplett unlustig und dämlich geworden ist, nur weil ich es nicht beeinflusst habe.
Diese Vorsätze werden ggf. erweitert. Das wird dem self-fulfilling prophecy Effekt zwar nicht unbedingt gut tun, aber wenn ich es auf diesen angelegt hätte, würde ich jetzt nicht schreiben sondern Horoskope lesen und gespannt in die Flimmerkiste glotzen, während die übergewichtige Mittfünfzigerin aus Astro TV mir erklärt, dass der Herzbube bedeutet, einer meiner engsten Freunde wäre nach mehr aus, als nach einer normalen Freundschaft.
Die Ja!/Ja! Wahl
Die österreichischen Bundespräsidentschaftswahlen rücken näher und wegen der mehr oder minder verwunderlichen Tatsache, dass die ÖVP keinen Gegenkandidaten stellt, muss Heinz Fischer nun um seine Wiederwahl zittern. Trotz vieler Fanwebsites und Facebookgruppen, welche alle die selbe Botschaft propagierten (Ich bin für eine Wiederkandidatur!), war lange Zeit unklar ob es zu selbiger überhaupt kommen würde. Dieses Video verschaffte Aufklärung.
Das Problem ist folgendes: Es wird, sollte es bei dem einen Kandidaten bleiben, eine Ja! oder Nein! Abstimmung geben, für welche der gute Mann mehr als die absolute Mehrheit braucht, um sein Amt beizubehalten. Da es jetzt aber keinen Gegenkandidaten gibt und die Politikverdrossenheit der Österreicher bzw. ganz Europas ja weitgehend bekannt ist, fürchtet man zurecht davor, dass nur die Fischer-Gegner zur Wahl erscheinen werden, nicht jedoch die Fischer-Befürworter.
Im weitesten Sinne ist das aber auch egal, da das österreichische Wahlsystem an nichts zu wünschen übrig lässt: Wird bei einer Ja!/Nein! Wahl um einen Kandidaten mit einem mehrheitlichen “Nein!” gestimmt, darf sich das österreichische Volk an einer Neuwahl erfreuen.
Und deswegen bin ich für die Aufstellung dieses Models. Leider konnte ich trotz ausgiebiger Recherchen und des Zurateziehens von Joris den Namen der Schönheit nicht herausfinden. Wer jedoch den Mumm hat, nachzufragen, möge ein E-Mail an infoservice[at]palmers.at schreiben.
Selbstverständlich weiß ich meinen Vorschlag, das für mich namenlose Model als Präsidentschaftskandidatin aufstellen zu lassen, zu begründen.
Pro Model:
- Die Braut ist heiß: Als Bundespräsidentin würde sie ganz Österreich vertreten und damit gewissermaßen suggerieren, dass alle österreichischen Politiker dermaßen gut aussehen. (Das wäre großzügig betrachtet auch gleich eine Lüge, was sie endgültig zur professionellen Politikerin machen würde.)
- Die Braut würde noch heißer werden: Als Bundespräsidentin könnte sie sich durch ihr 5stelliges Gehalt noch mehr Make-Up kaufen.
- Die Braut wäre nicht mehr namenlos und ich könnte mir meine Recherchen sparen.
- Außer ein paar ostentativen Begrüßungen hätte sie im ganzen Jahr nichts mehr zu tun und könnte viel Zeit mit mir verbringen.
- Der Palmersaktienkurs würde steigen.
- Da der Posten des Bundespräsidents sowieso redundant ist, sollte er wenigstens schön anzusehen sein.
Pro Fischer:
- Im Falle einer Wiederwahl würde er nicht in Pension gehen, was heißt, dass sich der österreichische Staat (und damit Steuerzahler) geschätzt 5000€ monatlich spart.
Soviel dazu.
P.S.: Wenn einer meiner geschätzten Leser den Namen der Frau kennt, so möge er hier einen Kommentar hinterlassen. :-)
Guter Versuch, nicht genügend, setzen!
Wie jedes Kind weiß, bestimmen die Konsumenten den Markt. Dass wir die Konsumenten sind, machte den Aufschwung des Buchs “Feuchtgebiete” von Charlotte Roche im Jahr 2008, für mich nur noch entsetzlicher. (Und ich bin kein Mensch, der sich leichtfertig zum Fremdschämen verleiten lässt.) Doch mit der Ankündigung, dass Feuchtgebiete nun auch noch verfilmt wird beweist die Autorin, dass ihr angeekelte Gesichter nicht genug sind und sie uns am liebsten alle vomierend sähe.
Ich bin ein großer Fan von extravaganter Jugendliteratur und ebenso von europäischen Filmen. (Hollywood hin oder her, mit Le fabuleux destin d’Amélie Poulain (FR) oder Free Rainer (D) konnten die Amerikaner bisher nicht mithalten.) Warum juble ich also nicht über das rosarote Büchlein und den dazu entstehenden Streifen?
Das Buch brüstet sich damit, Sexualtabus unserer Gesellschaft zu brechen. Ja! Richtig! Sexualtabus unserer wunderbaren, globalisierten, schönen Einheitsgesellschaft, in der sich kaum ein Jugendlicher finden lässt, dem die American Pie Reihe nicht bekannt ist. Und von dem, im Jahr 2007 am häufigsten im Internet aufgerufenem, Video fange ich erst gar nicht an. Es, sowohl das Buch als auch das Video, ist einfach nur mehr ekelhaft, makaber und humorlos, wobei das Video (um als Kritiker auch mal Generosität zu zeigen) wenigstens keinen Platz mehr für noch grauslichere Phantasien lässt.
Die Autorin vertritt den “sex-positiven Feminismus”, wie es auf Wikipedia heißt. Sollte das den Tatsachen entsprechen, so hätte das Frl. Roche sich durchaus die Mühe machen können, dieses auf dem Cover, im Prolog und auf jeder einzelnen Seite des Buchs im Fußbereich, zu erwähnen. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Hinweise effektiv auf einige Kritikerinnen und Kritiker ausgewirkt hätten, die der guten Frau am liebsten das Fortpflanzungsrecht absprechen würden. (Tja, zu spät, sie hat eine Tochter.)
Der Film wird entweder stark zensiert erscheinen oder diametral dazu in einem mehrstündigen Fetischistenporno ausarten, der lediglich von der Autorin selbst und den Produzenten als sehenswert bezeichnet werden wird. In jedem Fall wird die Protagonistin, wie auch schon im Buch, stellvertretend für alle Frauen (was jetzt natürlich ganz dem Emanzipationsgedanken folgt) den ekelhaftesten Hobbies und einigen undefinierbaren Praktiken nachgehen. Das Publikum kotzt Strahl und Frl. Roche meint, wieder ein paar Tabus gebrochen zu haben.
In meiner persönlichen Kritik halte ich mich ganz an meinen Geschichte-Professor. Dieser richtete folgende Worte, sinngemäß von mir übersetzt, an Schülerin S. und Schülerin L. aus meiner Klasse: Guter Versuch, nicht genügend, setzen!
Mein Weg zum Medizin-Nobelpreis
Wir schreiben den 11. November 2009 und mir ist kalt, da ich gerade aus der Dusche komme. Wie eine Nebelbank das chemieverseuchte Maisfeld eines vom EU-Budget lebenden Großlandwirts streift, so läuft es mir den Rücken hinunter. Diesmal liegt es nicht an der Verdunstungskälte. Mein Gehirn interpretiert die Signale meines Trommelfells nur langsam. Erst erscheint mir das grauenhafte Geräusch, welches mir in die Ohren sticht, wie die Spritze einer Schweinegrippeimpfung in den Arm eines 13jährigen Schülers, dessen Mutter mit einer ordentlichen Portion Hysterie gesegnet wurde, wie der Laut einer zerbrechenden rostigen Teekanne. Ich drehe mich um und sehe das Unglaubliche: Eine Gelse.
Nach fieberhaften, medizinischen Recherchen fand ich heraus, dass das Überleben einer Gelse in einem relativ warmen Herbst nichts Ungewöhnliches ist, doch mir ist klar, dass es dafür nur zwei plausible Erklärungen gibt:
1.) Diese Gelse weist eine völlig neue, bis dato unbekannte, Resistenz gegenüber Kälte, Chlor und diversen undefinierbaren Düften meines Zimmers auf.
2.) Es handelt sich um eine Mutation. Diese Erklärung erscheint mir weitaus vernünftiger, da eine genauere Erforschung unweigerlich zu einer wissenschaftlichen Ehrung meinerseits, vielleicht sogar bis zur Nobelpreisverleihung, führt.
Ich beschließe also Erklärung 2) nachzugehen und nenne diese neue Gelsengattung Culicida Mutanta Meyeri. (Zu Deutsch: “Die von Dr. Meyer im Jahre 2009 entdeckte mutierte Stechmücke”). Sofort schreite ich zur Tat oder anders gesagt: Ich greife zur Fliegenklatsche. Ich bemerke, dass das Insekt hochgradig reaktionsträge ist, was zur willkürlichen Lähmung des Nervensystems und dann zum exitus letalis des Mutants führt. Vorsichtig seziere ich die Leiche: Das Innenleben der Culicidae Mutantae Meyeri sieht aus, wie das einer gewöhnlichen Gelse. Sollte ich mich etwa geirrt haben? Ich entferne den toten Corpus und beschließe, dass es dämlich wäre im Forschungsbericht hierüber übermäßig viele und unnötige lateinische Ausdrücke zu verwenden.
Bericht wird fortgesetzt, sobald mir ein weiteres Mutanteninsekt unter die Augen kommt.
Etwa 700 Meter außerhalb von Graz aber dafür nicht in Maria Trost, am 11. November 2009.
P.S.: Den medizinischen Nobelpreis verlange ich dennoch im Voraus, da ich annehme, in Relation das selbe geleistet zu haben, wie amerikanische Präsidenten nach nicht einmal einem Jahr.
Ehrlichkeit und wann sie unangebracht ist
Als Schüler kommt man nicht umhin, zu bemerken, dass Ehrlichkeit kausal betrachtet in erster Linie zu neuen Charaktereinschätzungen seines Gegenübers führt. Denn, wer seine ehrliche Meinung kund tut, der ist unsympathisch. Da ich selbst Schüler bin, also in einer Gesellschaft lebe, die zu ihren größten Teilen aus Leuten ohne schwerwiegende soziale Probleme oder gar Verantwortung besteht, kenne ich beide Gesichter dieses interessanten, gesellschaftlichen Phänomens.
Niemand würde auf die Idee kommen zu einem Arbeitskollegen zu sagen: “Ich mag dich nicht.” Es ist unhöflich, ehrlich (!) und korrumpierbar. Hinter dem Rücken der betroffenen Person wird natürlich ordentlich gestänkert und gelästert. Was aber, wenn eine dieser Personen plötzlich sagt: “Ich finde das nicht in Ordnung. Man sollte den Leuten immer seine ehrliche Meinung sagen, denn ich würde die ja auch wissen wollen.”? Dann ist das 1.) gelogen, 2.) zeugt es von sozialer Inkompetenz, 3.) (das ist mein Lieblingspunkt) heißt das, man darf dem oder derjenigen von nun an immer seine ehrliche Meinung, so unangenehm und verletzend sie auch sein mag, ins Gesicht sagen und 4.) werden Manieren damit auf den selben Haufen geworfen, auf dem sich auch die sogenannten “Lügen” befinden, was ich besonders interessant finde. Das zeugt nämlich entweder von bemerkenswerter Intelligenzabstinenz oder von einer geistigen Einstellung, deren Inhaber ich meistens “Revoluzzerkiddie” nenne.
Denkt mal darüber nach Kinder.
xoxo
All Inclusive
“All Inclusive ist richtig schlecht.” Das wurde mir nach den ersten 20 Sekunden des Trailers klar. Und, oh Wunder, diese Einschätzung bewahrheitete sich. Trotz dem süßen Detail – oder sollte ich eher Attraktion sagen? -, dass Malin Akerman eine Hauptrolle belegt, war der Film so dermaßen niveaulos, dass ich diesem Schrott hier sogar einen Eintrag widme. Man hat ja sonst nichts worüber man schreiben kann.
Die Handlung ist einfach und reizlos. Vier Pärchen fliegen, ausgestattet mit 0815-Beziehungsproblemen, in ein Inselparadies um die jeweiligen Beziehungen aufzupeppen. Dort entstehen absehbarerweise mehr Probleme als zuvor existierten, was auch der extravagante Inselbesitzer Marcel mit seinem gespielten französischen Akzent nicht wett machen kann. Dazu kommt der inseleigene Yogatrainer und Klischeecasanova der es einfach nicht schafft die Stimmung mit seinen plumpen Annäherungsversuchen an die verheirateten Damen zu heben.
Selbstverständlich weiß ich, wie ich mich als pflichtbewusster Jugendkulturkritiker in einem solchen Fall von Film zu verhalten habe. Ich weiß es so gut, dass beim Verlassen des Kinosaals der etwa 40jährige Herr hinter mir grinsen musste, als er meine Stimme wiedererkannte. Jeder der vorhat, diesen Film anzuschauen, sollte das nochmal gründlich überdenken, denn das Highlight Malin Akerman (rawr) ist auch in Watchmen zu sehen.
.xoxo
